Aktuelle Seite: Start
Dienstag, 25.01.2022

icon Themenauswahl:

Werbepause:

Vorsorge + Trauer

14.10.2014 14:24 Alter: 7 yrs

Die häusliche Pflege - Informationen und Tipps

Kategorie: Ratgeber, Vorsorge + Trauer

Die häusliche Pflege - Informationen und Tipps


Obwohl die Pflege Altenheimen teilweise signifikant verbessert wurde, wünscht sich der Großteil der pflegebedürftigen Menschen nach wie vor die häusliche Pflege. Sie möchten ihren Lebensabend in ihrem gewohnten Umfeld verbringen und nicht im Alter noch einmal aufs Neue mit fremden Menschen zusammenziehen. Problematisch ist in diesem Zusammenhang die teilweise enorme Belastung von Angehörigen. Viele halten der körperlichen und zudem psychischen Belastung nicht stand und können die Pflegeaufgaben zeitlich nicht alleine bewerkstelligen. Damit die Pflege in privatem Rahmen nicht scheitert, haben wir hier Informationen und Tipps zum Thema zusammengestellt.



Der erste Schritt - Finanziell vorsorgen


Zwar ist es für viele Betroffene bereits zu spät, um finanziell für die Pflege im Alter vorzusorgen, jüngere Generationen sollten sich mit dieser Thematik jedoch rechtzeitig beschäftigen. Eine private Pflege-Zusatzversicherung ist sinnvoll, um die Kosten für später eventuell notwendige Pflegemaßnahmen decken zu können. Denn sobald die tatsächlichen Pflegekosten die Höchstbeiträge der gesetzlichen Pflegeversicherung übersteigen, ist die finanzielle Differenz privat zu leisten. Und weil der finanzielle Bedarf die gesetzlichen Leistungen auch bei häuslicher Pflege fast immer übersteigt, ist private Vorsorge unverzichtbar, um die Lücke zu schließen. Keinesfalls darf die gesetzliche Pflegeversicherung als Vollschutz betrachtet werden. Sie dient vielmehr zur Grundversorgung. Der frühe Abschluss einer privaten Pflege-Zusatzversicherung ist auch deshalb ratsam, weil entsprechende Verträge staatlich gefördert werden. Weiterführende Informationen können der Internetpräsenz des Bundesministeriums für Gesundheit entnommen werden. Dort heißt es beispielswiese: „Um allen Menschen, also auch gerade denjenigen mit geringem Einkommen, den Abschluss einer Pflege-Zusatzversicherung zu ermöglichen, unterstützt der Staat die private Pflegevorsorge mit einer Zulage von 60 Euro im Jahr.“

Die Angebote zur privaten Pflegeversicherung lassen sich drei Kategorien zuordnen:

  • Pflegekostenversicherung
  • Pflegetagegeldversicherung
  • Pflegerentenversicherung

Worin sich diese drei Möglichkeiten unterscheiden, wurde unter pflegeversicherung-test.de bereits erläutert.


 

Alternativen und Beratungsleistungen


Grundsätzlich sind Familien mit pflegebedürftigen Menschen gut beraten, wenn sie den Pflegeaufwand realistisch einschätzen. Niemandem ist geholfen, wenn der Pflegende aufgrund von Erschöpfung und Überforderung ausfällt und anschließend kurzfristig Ersatz organisiert werden muss. Weitaus sinnvoller ist es, von Anfang an eine angebrachte Lösung zu suchen, die dauerhaft für die optimale Pflege herangezogen werden kann. Problematisch wird die Situation, wenn herkömmliche häusliche Pflegedienste der erhöhten Pflegebedürftigkeit nicht gerecht werden. Hinzu kommt der hohe finanzielle Aufwand, der mit deutschen Diensten verbunden ist. Leistungen, die viele Betroffene einfach nicht bezahlen können. 


Eine Alternative dazu stellen 24-Stunden-Betreuungen mit Pflegekräften aus dem EU-Ausland dar. Da die Stundenlöhne in Ländern wie beispielsweise Polen deutlich geringer ausfallen, erfreut sich diese Lösung wachsender Beliebtheit. Die EU-Dienstleitungsfreiheit stellt die Grundlage zur rechtskonformen Umsetzung dar. Damit wird gewährleistet, das Unternehmen in der Europäischen Union ihr Personal zum Erbringen von Leistungen wie beispielsweise zur Altenpflege an den Erfüllungsort entsenden dürfen. Rund 100.000 Pflegekräfte aus EU-Ländern sind mittlerweile in Deutschland für die häusliche 24-Stunden-Pflege zuständig. Um von ausländischem Pflegepersonal profitieren zu können, müssen sich Familien an Agenturen wenden, die mit umfangreicher Beratung zur Verfügung stehen und als Vermittler auftreten. Sie dienen als elementares Verbindungsglied zwischen Kunden und ausländischem Pflegepersonal. Der Pflegekraftvermittler SunaCare beispielsweise vermittelt qualifizierte Pflegekräfte aus dem europäischen Ausland und erleichtert damit Familien die Realisierung der häuslichen Pflege. Abhängig von der Pflegestufe und den staatlichen Zuschüssen kann eine derartige 24-Stunden-Betreuung günstiger sein, als die Unterbringung in einem Alten- oder Pflegeheim.


Generell gilt in Deutschland der Grundsatz, dass häusliche Pflege Vorrang vor teil- oder vollstationärer Unterbringung hat. Die Umsetzung dessen gestaltet sich jedoch angesichts des großen Angebots und des finanziellen Aspektes schwierig. Die Inanspruchnahme der kostenlosen Pflegeberatung, zu der die Pflegekassen verpflichtet sind, ist stets empfehlenswert. Dabei können sich Angehörige in Sachen Planung und Organisation der Pflegemaßnahmen unterstützen lassen. Die unabhängige Beratung bei Pflegestellen kann ergänzend genutzt werden, um das informative Spektrum abzurunden und alle Möglichkeiten in den Entscheidungsprozess einzubeziehen.

 

Leistungen bei ambulanter und stationärer Pflege

Ein guter ambulanter Pflegedienst kann bei geringem Pflegeaufwand durchaus sinnvoll und ausreichend sein. Doch die Grenzen sind schnell erreicht, was die stationäre Unterbringung in einem Heim nicht selten unumgänglich macht. Die folgende Tabelle informiert über die Leistungen der ambulanten und stationären Pflege, um die Entscheidung zu erleichtern.

Leistungen bei ambulanter Pflege

Leistungen bei stationärer Pflege

Bereich Pflege:

·     Körperpflege (Grundpflege)

·     Ergänzende Leistungen (Vorbereitung von Medikamenten, Verbände anlegen) werden einzeln abgerechnet

·     Pflegekurse, Gespräche mit Angehörigen zur Pflegeanleitung

·     Nach ärztlicher Verordnung: Behandlungspflege

Bereich Pflege zum Komplettpreis:

·     Körperpflege (Grundpflege) und Rundum-Betreuung 24-Stunden/Tag, inkl. Prüfung von Vitalfunktionen, Alltagshilfe wie Toilettengänge usw.

·     Ergänzende Leistungen (Vorbereitung von Medikamenten, Verbände anlegen)

·     Nach ärztlicher Verordnung: Behandlungspflege

·     Notfallhilfe

·     Einsatz technischer Hilfsmittel wie Pflegebetten oder Badelift

·     Qualifizierte Pflegekräfte; in sehr guten Seniorenheimen mit regelmäßiger Weiterbildung

·     Sterbebegleitung

Keine hauswirtschaftliche Versorgung

Hauswirtschaftliche Versorgung mit täglicher Zimmerreinigung, Wäscheservice, 6 Mahlzeiten pro Tag mit Zubereitung im Heim, in guten Heimen ist die Ernährung abwechslungsreich

Wohnumgebung ist selbst zu organisieren

Barrierefreie Räume

Keine Therapieangebote

In guten Heimen reichlich Therapieangebote wie Bewegungstraining oder Ernährungsberatung

Keine Organisation von Aktivitäten

In guten Heimen folgende zusätzliche Aktivitäten:

·     Einkaufservice

·     Organisation von privaten Feiern

·     Gottesdienst

·     Freizeit- und Kulturangebot mit Ausflügen, Sport, Kunst

·     Friseur

·     Fußpflege

 

 Quelle Bilder unter www.pixabay.com / geralt - coombesy