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Unterhaltung

05.10.2009 23:46 Alter: 12 yrs

190 Jahre alter internationaler Orden tagt in Frankfurt

Kategorie: Schlagzeilen, Unterhaltung, Neue Horizonte, Bildung + Wissen, Freizeit + Hobby, Bundesweite Initiativen
Von: Herbstzeit Team

190 Jahre alter internationaler Orden tagt in Frankfurt - Tradition und Moderne schließen sich nicht aus

Goethe-Loge

(openPR) - In Frankfurt nahmen vor kurzem über hundert Delegierte des Odd Fellow-Ordens aus ganz Europa an der dritten Tagung der Europäischen Großloge teil. Die Deutsche Großloge begrüßte als Gastgeber Delegierte aus Dänemark, Island, Norwegen, Niederlande, Belgien, Schweden, Finnland und der Schweiz. Am Freitag wählten sie ihr neues europäisches Oberhaupt, den European Grand Sire. Zudem stand während ihrer Tagung der Erfahrungsaustausch zur Öffnung der Logen für die Allgemeinheit im Mittelpunkt.


Wenn von einer Loge die Rede ist, schwingt immer etwas Geheimnisvolles und Mystisches mit. Dieses aufgrund von Vor- und Fehlurteilen entstandene Image möchten die Mitglieder des Odd Fellow-Ordens endlich ablegen, denn es entspricht nicht den Werten, für die sie stehen. Odd Fellows gehören zu den eher unbekannten Orden. Dieser weist zwar Gemeinsamkeiten mit den Freimaurern auf, ist aber nicht mit ihnen verbunden. „Freundschaft, Liebe und Wahrheit.“ – für diese drei Werte, dargestellt im Erkennungszeichen des Ordens als ineinandergreifende Kettenglieder, verbinden Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt. Mit einem Geheimbund haben sie nichts gemein. Im Gegenteil, der Orden steht auch für Transparenz und freut sich über jedes Interesse an der Ordensarbeit.


Bei der Tagung stand für die deutschen Delegierten der Austausch mit den europäischen Mitgliedern im Mittelpunkt. „Viele europäische Logen sind uns beispielsweise bei der Anzahl der Mitglieder voraus“, erklärt Jens Warmers, der als Vertreter der regionalen Frankfurter Goethe-Loge die Veranstaltung organisiert hat. „Wir kämpfen noch heute mit der Auflösung der deutschen Logen im Zweiten Weltkrieg.“ Auf Druck der national-sozialistischen Machtinhaber wurde 1933 die Bruderschaft in Deutschland aufgelöst. Seit Wiedergründung kämpft die Deutsche Loge um neue Mitglieder.

In Frankfurt sind die Odd Fellows seit 1875 – mit Unterbrechung zwischen 1933 und 1948 – in der Goethe-Loge organisiert. Weltweit findet das Odd-Fellowtum seinen Ursprung 1819 in Amerika. „Unsere Werte haben nichts an Aktualität verloren“, verdeutlicht Warmers. Pflege treuer Freundschaften, Hinwendung zum Nächsten, karitatives Wirken und Wahrhaftigkeit im Denken, Fühlen und Handeln sind die Anliegen der Odd Fellows. In Frankfurt unterstützen sie beispielsweise das freie Bürgerhaus Frankfurt, einen mildtätigen Verein im Gallusviertel, der sich um Arbeitslose und Obdachlose kümmert, sowie die Elisabeth Obdachlosenambulanz der Caritas. „Überall in der ganzen Welt übernehmen Odd Fellows Verantwortung. Sie haben selbst 190 Jahre nach der Gründung nicht nur eine Existenzberechtigung sondern werden mehr denn je gebraucht – vor allem in schweren Zeiten“, so Warmers.

Die Delegierten wählten die europäischen Delegierten Herrn Harald Thoen aus Norwegen zu ihrem neuen European Grand Sire, der damit das höchste Amt in Europa innehat. Er wird künftig die Geschicke der Europäischen Großloge lenken und dafür sorgen, dass die Werte, die stellvertretend für friedliches Zusammenleben stehen, erhalten bleiben. „Wir hoffen, von unseren Brüdern und Schwestern in Europa dauerhaft lernen zu können“, sagt Walter Kuttelwascher, Hochmeister der Deutschen Odd Fellows. „Wenn es uns gelingt, unsere Werte in grenzüberschreitenden Aktionen gemeinsam zu erfüllen, werden wir auch in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen und können so unseren Orden dauerhaft erhalten.“ www.odd-fellows.de


Infos zur Mitgliedschaft
Auf regionaler Ebene sind die Odd Fellows in Bruder- und Schwesterlogen organisiert. In Frankfurt gibt es die Goethe-Loge für Brüder, eine Schwesterloge gibt es nicht.
Mitglied kann jeder werden, der sich mit den Werten der Odd Fellows identifiziert. Politische oder konfessionelle Zugehörigkeit, Nationalität oder Berufsstand sind ohne Bedeutung. Der Orden verkündet keine Religionslehre und ist kein Religionsersatz. Im Mittelpunkt stehen tiefe Freundschaften, die weit über alltägliche Kontakte hinausgehen, Vertrauen spenden, Beistand und Hilfe geben. Familienangehörige werden regelmäßig eingebunden.
Ordensmitglieder zahlen einen monatlichen Beitrag von 25 Euro, die zum einen für karitative Zwecke genutzt werden, zum anderen als Rücklage zur Unterstützung in Not geratener Brüder und Schwestern dient.
Bräuche und Rituale gehören zum Ordensleben dazu, haben aber nichts mit Opfergaben oder Zeremonien zu tun. Neben dem Tragen von sogenannten Regalien (Hoheitszeichen) finden beispielsweise regelmäßig Sitzungen statt, die den Ordensmitgliedern vorbehalten sind und dem „Abschalten“ vom Alltag dienen.
Gäste sind in den Logen herzlich willkommen. Weitere Informationen, wie historische Hintergründe, Satzung und öffentliche Termine unter www.oddfellows.de/Goethe-Loge

Großloge Deutsche Odd Fellows
Horst Römer
Gartenweg 1a
38304 Wolfenbüttel

05331-46 95 29

Der Name „Odd Fellows“ steht für eine Gemeinschaft von Frauen und Männern, die – aufbauend auf den Leitgedanken des Humanismus – das Zusammenleben positiv gestalten wollen. Ausdruck findet dieser Grundsatz in den drei Leitwörtern „Freundschaft“, „Liebe“ und „Wahrheit“, die sich als Kettenglieder im Erkennungszeichen des Ordens widerspiegeln. Alle Mitglieder des Ordens leisten gemeinsam aber auch einzeln ihren Beitrag für eine bessere Welt. So pflegen sie intensive Freundschaften, wenden sich zum Nächsten, gehen auf den Mitmenschen ein und denken, fühlen und handeln aufrichtig.

In Deutschland verpflichten sich mehr als 1200 Ordensmitglieder zu diesen Zielen. Sie sind in 50 regional tätigen Schwesternbünden, Bruder- oder Rebekka-Logen organisiert. Als Dachorganisation für Deutschland vertritt die souveräne „Großloge der Deutschen Odd Fellows“ (GLDOF) die Interessen ihrer Mitglieder auf europäischer und internationaler Ebene. 1870 wurde die erste europäische Loge in Stuttgart gebildet. International bestehen die Odd Fellows bereits seit 1819, als Thomas Wildey in Amerika die erste Loge gründete. Der namentliche Ursprung geht jedoch schon auf das 17. Jahrhundert zurück, als in London nicht allen handwerklichen Gesellen die Aufnahme in Zünfte gewährt wurde. Sie waren „Odd Fellows“: überzählige Gesellen.

Die Odd Fellows verstehen sich als weltlicher Orden und gehören zu den wenigen globalen Organisationen dieser Art, die auch Frauen in ihre Reihen aufnehmen. Odd Fellows sind konfessionell neutral. Nationalitäten, politische Zugehörigkeiten oder der Berufsstand der Mitglieder spielen zudem keine Rolle. Dem Selbstverständnis der Odd Fellows entsprechend und ihrer humanitären und karitativen Grundeinstellung folgend, bilden sie symbolisch eine globale Kette – über Landesgrenzen und Kontinente hinweg. Diese besteht weltweit aus mehr als 600.000 Brüdern und Schwestern.