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17.03.2008 16:04 Alter: 14 yrs

Immer sorgfältig putzen: Wie Kunststofffenster weiß bleiben

Kategorie: Außenbereich, Barrierfreies Bauen & Wohnen

Weiße Kunststofffenster können mit der Zeit durch Umwelteinflüsse vergrauen. Wer diesem Problem mit scharfen Reinigern begegnet, macht aber alles nur noch schlimmer.

Damit Kunststofffenster schön bleiben, müssen sie gepflegt werden - scheuernde oder lösemittelhaltige Reiniger sind dabei tabu. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

Rosenheim (dpa/tmn) - Scheuermittel etwa verkratzen die Oberfläche noch zusätzlich, so dass sich Dreck noch schneller festsetzt. Einzige Lösung ist dann oft ein neuer Anstrich. Grau werden vor allem ältere Kunststofffenster, die vor mehr als 15 Jahren eingebaut wurden. Bei jüngeren Fenstern haben die Hersteller von Kunststoffprofilen dieses Problem weitgehend gelöst, sagt Jürgen Benitz-Wildenburg vom Institut für Fenstertechnik in Rosenheim.

Die richtige Pflege ist allerdings auch bei der neuen Rahmengeneration wichtig. Von im Internet häufig genannten Tricks wie etwa dem Reinigen der Fensterrahmen mit Autopolitur hält Benitz-Wildenburg nichts. Solche Produkte könnten Lösemittel enthalten und die Fenster schädigen, warnt der Experte. Auf der sicheren Seite sei der Verbraucher immer, wenn er die Fenster mit vom Profilhersteller empfohlenen Reinigern pflege.

Bei starkem Pollenflug, wenn die Rahmen durch die Pollen mit einer gelben Schicht überzogen sind, sollten sie möglichst schnell abgewaschen werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Pollen durch Wärme und UV-Licht mit dem Kunststoff eine Verbindung eingehen.

Bei sehr alten Fenstern hilft jedoch manchmal alles Putzen nicht mehr, um Verfärbungen wieder loszuwerden. Einziger Ausweg ist dann ein Anstrich der vergrauten Kunststoffprofile, rät Ulrich Tschorn, Geschäftsführer der Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren in Frankfurt/Main. Damit dieser Anstrich auch hält, muss er fachmännisch ausgeführt werden.

«Um ein Kunststofffenster fachgerecht zu streichen, muss der Rahmen zuerst gründlich gesäubert werden», sagt Ludger Küper, Direktor des Paint Quality Institute in Frankfurt. Auch hier gilt: Je sauberer der Untergrund, umso besser das Ergebnis. Nach der Reinigung sollte der Kunststoffrahmen sorgfältig leicht angeschliffen werden. Nur so findet der Lack Halt auf dem Profil.

Nach der Reinigung und dem Anschleifen sollten das Glas und die offenliegenden Gummidichtungen sauber abgeklebt werden, empfiehlt die Stiftung Warentest in Berlin. Das Abkleben ist wichtig, weil die Dichtungen durch den Lack angegriffen und in Folge brüchig und spröde werden. Die Klebebänder müssen wieder entfernt werden, sobald der Lack abbindet. Sonst bestehe die Gefahr, dass durch das Abziehen der Bänder der Anstrich beschädigt wird.

Kunststoffrahmen müssen mit einer speziellen Grundierung für Kunststoff vorgestrichen werden. «Eine solche Grundierung ist unbedingt erforderlich», rät Küper. Sonst halte der Anstrich nicht. Nach der Trockenzeit des Grundanstrichs kann der Rahmen gleichmäßig lackiert werden. Grundierung und Lack sollten aufeinander abgestimmt werden. Aus Sicht des Paint Quality Institute ist ein umweltfreundlicher Acryllack einem Kunstharzlack vorzuziehen.

«Bevor ein Hausbesitzer Kunststofffenster streicht, sollte er auch über einen Austausch nachdenken», empfiehlt Benitz-Wildenburg. Denn vergraute Rahmen seien in der Regel schon spröde. Aus seiner Sicht halte ein Anstrich deshalb nicht sehr lange und blättere bald wieder ab. Ob sich der Aufwand des Streichens lohnt, sollte deshalb sorgsam abgewogen werden.

INFO: Das kleine Lack-Einmaleins

- Acryllack ist wasserverdünnbar, lösemittelfrei und umweltfreundlich.

- Kunstharzlack ist strapazierfähiger als Acryllack. Daher ist er für mechanisch stark beanspruchte Oberflächen empfehlenswert. Kunstharzlack enthält aber Lösemittel.

- Aromatenfreie Kunstharzlacke enthalten statt aggressiver Testbenzine weniger geruchsintensives Isoparaffin und sind daher laut Experten bei gleichen Eigenschaften besser für Umwelt und Gesundheit.