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17.03.2008 15:58 Alter: 14 yrs

Einbruch und Wärmeverlust: Haustüren müssen viel können

Kategorie: Energie sparen, Barrierfreies Bauen & Wohnen

Ein repräsentatives Entrée und verlässlicher Einbruchsschutz - das waren traditionell die Anforderungen an eine gute Haustür. Die Ansprüche heute sind größer.

Stabiles Material und gute Verriegelung - so haben Einbrecher keine Chance. (Bild: Hörmann/dpa/tmn)

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - In Zeiten explodierender Öl- und Gaspreise geht es auch darum, Energieverluste zu vermeiden. Eine möglichst gute Schallisolierung gegen den Verkehrslärm draußen und moderne Funk- oder Fingerprint-Systeme statt konventioneller Schlösser sind weitere Aspekte.

Moderne Energiespartüren halten die Wärme im Haus. Solche Türen weisen eine Profilstärke von rund 80 Millimetern auf und sind mehrfach abgedichtet. «Damit eignen sie sich besonders gut für Niedrigenergie- und Passivhäuser», sagt Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller in Frankfurt. Andere Modelle hätten einen verbesserten Schallschutz, der durch spezielle Türblätter mit ein- oder zweischaligem Aufbau und besondere Abdichtungen zwischen Zarge und Türfalz sowie zwischen Tür und Fußboden erreicht werde. Damit bleibt der Straßenlärm draußen.

«Auch viele Haustüren in Altbauten sollten heute aus Energie- und Schallschutzgründen ausgetauscht werden», empfiehlt der Architekt und Fachbuchautor Holger Reiners aus Hamburg. Beim Austausch dürfe dann aber nicht die optische und architektonische Gestaltung der Haustür außer Acht gelassen werden. Ausgangspunkt aller Überlegungen sollte sein, dass Haus und Haustür bestmöglich miteinander harmonieren. So müsse unbedingt darauf geachtet werden, dass die neue Haustür, die Fenster und die Fassade ein stimmiges Ganzes ergeben. Am besten werde die neue Tür der Originalhaustür nachempfunden. Ist diese aus Holz gefertigt, sollte die neue - auch wenn sie immer wieder gestrichen werden müsse - ebenfalls aus Holz sein.

Im Laufe der Jahre wird eine Haustür zigtausendmal auf- und zugemacht. Sie muss Wind, Hitze, Kälte, Schnee oder Regen ertragen. «Neben Holz sind Aluminium und Kunststoff die gängigsten Materialien», erklärt Tschorn. Aus diesen Materialien ließen sich gute Haustüren fertigen. «Türen, deren Türblatt aus Sperrholz-, Span- oder Tischlerplatte besteht, eignen sich in der Regel nicht als Haustüren», meint der Fachbuchautor und Architekt Thomas Drexel aus Augsburg. Hier seien Schall-, Feuer und Einbruchschutz sowie Witterungsbeständigkeit nicht gewährleistet.

Moderne Haustüren bieten Schutz vor unerwünschten Eindringlingen durch stabile Materialien, einbruchsichere Schlösser und Mehrfachverriegelung. «Diese Sicherheitsriegel verriegeln die Haustür aber nur, wenn sie auch tatsächlich abgeschlossen ist», betont Jürgen Benitz-Wildenburg vom Institut für Fenstertechnik in Rosenheim. Eine lediglich zugezogene Haus- oder Wohnungstür könnten Einbrecher ohne große Mühe knacken.

«Um das Abschließen der Tür überflüssig zu machen, gibt es inzwischen ein Automatikschloss», sagt Benitz-Wildenburg. Das Schloss verriegele die Sicherheitsriegel der Tür schon beim einfachen Zuziehen. Ein zusätzliches Sichern durch die übliche Schlüsselumdrehung entfalle. Wenn bei solchen Türen nach unabsichtlichem Zufallenlassen kein Schlüssel vorhanden ist, habe der Hausbesitzer allerdings ein Problem. Sinnvoll sei es deshalb, solche Türen mit schlüsselunabhängigen Funk- oder Fingerprint-Systemen auszustatten. Bei Fingerprint-Systemen diene der zuvor gespeicherte Fingerabdruck des Besuchers dazu, ohne Schlüssel das Haus betreten zu können. Nicht berechtigten Personen werde der Zutritt automatisch verweigert.

INFO: Audio- und Videosysteme schützen vor ungebeten Gästen

Schutz vor ungebeten Gästen bieten laut dem Verband der Fenster- und Fassadenhersteller in Frankfurt Haustüren mit ergänzenden Audio- und Video-Systemen: Sie warnen den anwesenden Bewohner vor einem unbedachten Aufmachen der Tür und verhindern so ein gewaltsames Eindringen in die Wohnung. Integrierte Sicherheitsbauteile wie eine Türsprechanlage zur Identifikation und eine den gesamten Türbereich einsehende Videokamera ermöglichen es jedem Hausbewohner, den Besuch zu identifizieren und gegebenenfalls die Tür geschlossen zu halten.