Montag, 25.10.2021

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Sonderthema | Garten

Sissinghurst - Englisches Gartenparadies


Um die Vorfreude auf den Frühling noch etwas zu steigern, haben wir für Sie einen virtuellen Abstecher nach Sissinghurst Garden gemacht. Sissinghurst Garden liegt mitten in der Grafschaft Kent, circa 40 km südlich von Canterbury und ist heute einer der berühmtesten Gärten Englands. Für viele symbolisiert er die klassische Form der englischen Gartenkunst. Und wie vieles im Leben entstand auch dieses Paradies aus einer Vision:
An einem regnerischen Tag im April 1930 besichtigte Lady Vita Sackville-West Sissinghurst und verliebte sich spontan.

Zu dieser Zeit war das Anwesen in einem absolut verfallenen Zustand. Von dem ehemaligen Anwesen in der Grafschaft Kent waren nur noch das Wahrzeichen, der Turm, Vitas Arbeitsplatz als Schriftstellerin, einige verteilte Gebäude sowie verschiedene Wirtschaftsanbauten erhalten geblieben und der „Garten“ nichts anderes als Farmland. Vita Sackville-West und ihr Ehemann Harold Nicolson kauften das Anwesen obwohl sie wussten, dass ihnen enorme Kosten und viel Arbeit bevorstanden. Sie begannen den Garten so zu entwerfen, wie er heute noch besteht.
 


Der Entwurf des Gartens basiert auf einer Reihe von Räumen, jeder mit einem anderen Charakter und einer anderen Farbe einem anderen Thema, begrenzt durch hohe, kurzgeschnittene Hecken und Ziegelsteinmauern, die die Grundmauern der ursprünglichen Burganlage bilden. Diese oft noch mannshohen Mauern werden bewusst zur Gestaltung herangezogen, da sich an ihnen die unterschiedlichsten Pflanzen emporranken.
 
Der wohl bekannteste Gartenteil dürfte der Weiße Garten sein. Ursprünglich als Rosengarten geplant, entwickelte Lady Sackville daraus einen Garten mit weißen Blumen und grauen Blättern. Im Mittelpunkt des Gartens steht ein rosenumrankter Pavillon, der im Juli in weißer Pracht erblüht.
 
Ebenso bekannt ist sicherlich der Rosengarten.
Lady Vita Sackville-West bevorzugte klassische Rosen, die nur einmal im Jahr blühen. Im Frühjahr ergänzen Iris im August Clematis das Arrangement, im Herbst vervollständigen Herbstpflanzen das jahreszeitliche Bild.

Lady Sackville pflegte sich zum Arbeiten und Lesen dorthin zurückzuziehen. Von der Aussichtsplattform hat man einen einzigartigen Panoramablick auf das Anwesen.
 
Der Lindengang war Harold Nicolsons Werk. Er liebte der das Formale und schuf einen klassischen italienischen Garten mit toskanischen Terracottatöpfen und Statuen. Wegen der vielen Blumenzwiebeln im Boden ist dieser Gartenteil ein reiner Frühlingsgarten und liegt im übrigen Jahr nahezu brach.
 
Auf der einen Seite ist der Gang durch eine Ziegelsteinmauer begrenzt, die von einer üppig wachsenden Wisteria teilweise bedeckt ist. Auf der anderen Seite befindet sich eine Azaleenböschung.
 
Der Nussgarten ist einer der ältesten Bereiche des Gartens. Die Ausholzung dieses Gartens war einer der ersten gestalterischen Maßnahmen bei Übernahme 1930.
 
Im Kräutergarten, der sich im südöstlichen Bereich des Gartens befindet hat Vita Sackville-West mit über einhundert Kräuterarten das vermutlich vollständigste Herbarium Englands geschaffen. Angeblich hatte die Lady einen so guten Geruchssinn, dass sie jedes Kraut mit geschlossenen Augen bestimmen konnte.
 
Vom Wassergraben, der ursprünglich das Anwesen umschloss, ist nur noch der östliche und ein Teil des nördlichen Grabens vorhanden. Am Ufer des Grabens stehen wundervolle alte Eichen
 
Im Obstgarten blühen die Narzissen, gefolgt von den Obstbäumen selbst und im Sommer Rosen. Die Wiese darf wachsen, nur kurzgeschnittene Wege durchziehen sie.

Seit 1938 ist der Garten für die Öffentlichkeit zugänglich. Mittlerweile wird der Garten vom National Trust unterhalten.

Als Gartenliebhaber ist Sissinghurst immer eine Reise wert. Aber es ist sicher auch möglich, sich ein kleines bisschen „Sissinghurst“ in den eigenen Garten zu holen.

Bildquellen: www.sissinghurst.com

Herbstzeit-Redaktion | Birgit Kettler
 

 

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