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16.03.2021 13:45 Alter: 189 days

WENN ARBEIT ZUR LAST WIRD

Kategorie: Bildung + Wissen, Alltag

Viele Arbeitnehmer kennen das Gefühl, ständig überfordert zu sein. Termin- und Leistungsdruck, dazu vielleicht noch ein schlechter Draht zum Chef oder Mobbing durch die Kollegen:

Psychische Herausforderungen durch Corona und Homeoffice bewältigen

 

(djd). Viele Arbeitnehmer kennen das Gefühl, ständig überfordert zu sein. Termin- und Leistungsdruck, dazu vielleicht noch ein schlechter Draht zum Chef oder Mobbing durch die Kollegen: Derartige Arbeitsbedingungen können auf Dauer psychisch krank machen. Die Corona-Zeit hält zusätzliche Herausforderungen bereit. Das improvisierte Arbeiten im Homeoffice mag für viele zu Beginn eine Abwechslung zur vertrauten Routine gewesen sein. Als Dauerzustand allerdings kann es zur Belastung werden, dass Berufliches und Privatleben immer mehr miteinander verwischen - und gleichzeitig für Familie und Kinder gefühlt noch weniger Zeit übrig bleibt. Das Arbeiten im Krisenmodus hat zudem vielfach negative Auswirkungen auf die innerbetriebliche Kommunikation und das soziale Miteinander. 


Psychische Belastungen erkennen und beheben


Unternehmen sind in der Pflicht, für gesunde Arbeitsverhältnisse ihrer Beschäftigten zu sorgen - auch was die psychische Gesundheit angeht. So schreibt es das Arbeitsschutzgesetz vor. "Arbeitgeber sind gefordert, Gefährdungen zu ermitteln und erforderliche Maßnahmen einzuleiten", erklärt Christian Sprotte von der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM). Hohe Arbeitsintensitäten, die Länge und Verteilung der Arbeitszeiten, die Organisation im Unternehmen und das Betriebsklima: Dies sind häufige Faktoren für psychische Belastungen am Arbeitsplatz. Eine individuelle Analyse bildet den ersten Schritt zu möglichen Verbesserungen. Das Programm "Gemeinsam zu gesunden Arbeitsbedingungen" führt daher in Form einer Onlinebefragung zu einer Gefährdungsbeurteilung. Abhängig von der Größe des Betriebes umfasst es fünf oder sieben Einzelschritte. 


Zusätzlicher Stress im Homeoffice


Angesichts der weitverbreiteten Corona-Müdigkeit und der zusätzlichen Herausforderungen im Homeoffice hat die Berufsgenossenschaft das Onlinetool jetzt ergänzt. Insgesamt sieben Themen mit Pandemie-Bezug werden behandelt - zum Beispiel, ob die Befragten durch die Veränderungen zu wenig Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen haben. Acht Punkte gehen auf die Situation im Homeoffice ein. So bewerten die Befragten etwa, ob Ziele und Erwartungen an ihre Arbeit im eigenen Zuhause geklärt sind. Unter www.bgetem.de steht das Online-Befragungstool zur Verfügung, Arbeitgeber und Arbeitnehmer finden hier außerdem weitere Information rund um psychische Belastungen in der Arbeitswelt. "Wichtig ist es, nicht nur die Probleme zu identifizieren, sondern vor allem etwas dagegen zu unternehmen", erklärt Sprotte. Unternehmen finden dazu bei den Berufsgenossenschaften zahlreiche Hilfsmittel sowie eine persönliche Beratung.