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20.08.2021 10:23 Alter: 32 days

Hörgeräte: Welche Kosten werden von Krankenkassen übernommen?

Kategorie: Gesundheit + Wellness, Ratgeber

Das ständige Gefühl, nicht alles mitzubekommen, den Anschluss zu verlieren, nur das halbe Gespräch hören zu können und Zusammenhänge nicht zu verstehen.

Das ständige Gefühl, nicht alles mitzubekommen, den Anschluss zu verlieren, nur das halbe Gespräch hören zu können und Zusammenhänge nicht zu verstehen. Für Menschen mit einer Schwerhörigkeit ohne Hörhelfer ist das der ganz normale Alltag. In Deutschland ist etwa jeder 7. Erwachsene betroffen, ab einem Alter von 65 Jahren sogar jeder Zweite.

 

Mit einem Hörgerät kann man wieder Teil des Gespräches sein und ist am Ende des Tages nicht mehr so erschöpft vom ewigen Versuch, alles zu hören und zu verstehen. Damit bieten Hörgeräte nicht nur direkt dem Ohr eine kaum zu ersetzende Hilfe, sondern auch dem Menschen selbst, der nun nicht mehr ausgeschlossen ist.

 

Häufig wird vermutet, dass Hörgeräte sehr teuer sind und die Kosten, wenn überhaupt nur geringfügig übernommen werden. Wir haben uns in diesem Beitrag genauer angeschaut, was die Krankenkassen im Falle eines Hörverlustes übernehmen.

 

Was zahlt die Krankenkasse?

 

Tatsächlich zahlt die Krankenkasse im Falle eines Anspruchs auf eine Hörhilfe einen Festbetrag in Höhe von aktuell 784,94 Euro. Da man als Betroffener auch den Anspruch auf aufzahlungsfreie Hörhilfen hat, kommen je nach persönlicher Wahl des Hörgerätes keine weiteren Kosten mehr dazu. Dabei müssen die aufzahlungsfreien Hörhilfen mindestens mit Digitaltechnik ausgestattet sein. Diese Geräte lassen sich perfekt auf die Bedürfnisse des Trägers einstellen und sorgen dank moderner Technik für eine intelligente Signalverarbeitung. Laute Umgebungsgeräusche werden beispielsweise leiser übertragen als Gespräche.

 

Hörgeräte-Akustiker sind dazu angehalten, mindestens ein zuzahlungsfreies Gerät anzubieten. Ist dieses Gerät nicht komplett von einer Zuzahlung befreit, muss eine Rezeptgebühr von 10 Euro pro Gerät geleistet werden.

 

Wie beantragt man eine Kostenübernahme

 

Häufig ist die Beantragung von diversen Zuschüssen durch die Krankenkassen kompliziert und langwierig. Es empfiehlt sich, direkt zu einem HNO-Arzt zugehen, um dort den Grad der Schwerhörigkeit feststellen und eine Verordnung für ein Hörgerät ausstellen zu lassen. Alternativ dazu kann man den Hörtest auch direkt beim Akustiker vornehmen zu lassen. Nach Erhalt des Rezepts kann man dann zu einem Hörgeräteakustiker gehen, um sich beraten zu lassen und ein passendes Gerät zu finden. Im besten Fall unterstützt der Hörgeräteakustiker im Anschluss bei der Abwicklung mit der Krankenkasse, so wie es bei GEERS der Fall ist.

 

Wann hat man Anspruch auf ein Hörgerät?

 

Jeder gesetzlich Krankenversicherte, hat bei einer entsprechenden Beeinträchtigung des Hörvermögens einen Anspruch auf eine kostenlose Hörhilfe. Wie stark der Hörverlust eines Patienten ist, stellt der HNO-Arzt unter anderem mit einem sogenannten Sprachhörtest fest. Das Rezept, welches der HNO-Arzt ausstellt, bezieht sich nur auf die Notwendigkeit einer Hörhilfe, nicht aber auf ein bestimmtes Gerät.

 

Was wenn das gewünschte Hörgerät teurer ist?

 

Der von den Krankenkassen übernommene Betrag von 784,94 Euro ist ein Festbetrag. Lediglich die Kosten für Beratung, Programmierung und Anpassung des Hörgerätes, sowie unter Umständen auftretende Reparaturen werden darüber hinaus von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Entscheidet man sich also für eine kostspieligere Hörhilfe, so muss man den übrigen Betrag selber leisten.

 

Hörgeräte leisten heutzutage tatsächlich teilweise schon viel mehr als das bessere Hören allein. Neben verschiedenen Formen und Varianten, unterscheiden sich die kleinen Geräte auch durch Ihre Zusatz-Leistungen. Sie lassen sich problemlos mit dem Smartphone, dem Fernseher oder der Musikanlage verbinden, um als Lautsprecher zu fungieren. Auch das Telefonieren über das Hörgerät ist heute möglich. Wer an sein Gerät einen höheren Anspruch stellt, muss mit zusätzlichen Kosten rechnen.