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Reisen + Wandern

15.03.2008 16:44 Alter: 14 yrs

Urlaub auf dem Dampfross: «Ehrenlokführer» werden

Kategorie: Reiseempfehlungen

Die schwarze Lok kämpft sich hinauf in Richtung Brocken und stößt dabei mächtige Dampfwolken aus. Am Streckenrand fotografieren Eisenbahnfans.

Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung: Bei den Harzer Schmalspurbahnen kann jeder «Ehrenlokführer» werden. (Bild: dpa/tmn)

Wernigerode/Kühlungsborn (dpa/tmn) - An einer Station hält der Zug, vom Führerstand klettern drei Männer. Ein Lokführer und ein Heizer sind vielen der Bahnfreunde als Personal bekannt - doch wer ist der Dritte in der Arbeitskluft? «Das ist ein Azubi», sagt Kai Wagner aus Düsseldorf und zeigt auf den grauhaarigen Mittfünfziger, der sich mit einer Ölkanne an der Maschine zu schaffen macht. Wagner selbst will bald ebenfalls die kostenpflichtige «Lehre» machen, an deren Ende das Zertifikat eines «Ehrenlokführers» winkt.

«Die Nachfrage nach den Kursen ist hoch», erklärt Jörg Bauer, der Betriebsleiter der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) in Wernigerode. Das Unternehmen betreibt ganzjährig den Zugverkehr bis auf den Brocken. Auch an der Ostsee bei der Mecklenburgische Bäderbahn «Molli» können sich Eisenbahnfans zum «Ehrenlokführer» ausbilden lassen.

«Immer mehr wollen auf die Lok», beobachtet «Molli»-Sprecherin Inka Degner. «Überwiegend sind es Männer zwischen Ende 30 und Mitte 60, die sich einen Kindheitstraum erfüllen. Zehn Werktage dauert ein Kurs.» Am Beginn steht die Theorie: Berufslokführer bringen den «Hobby-Azubis» die Grundlagen der Dampfloktechnik und der Signalkunde bei. Am dritten Tag geht es dann bereits auf den Führerstand eines regulär fahrenden Personenzugs.

«Wer einen Kurs machen möchte, muss gesundheitlich schon fit und nicht farbenblind sein sowie keine Behinderung in der körperlichen Beweglichkeit haben», nennt Jürgen Mühlhoff aus Ottweiler als Voraussetzungen. «Auf der Lok gibt es keine Sitzmöglichkeit, der Feuerkessel strahlt Hitze aus. Bei kühlem Wetter pfeift der Wind. Und es rüttelt und schüttelt», sagt er. Seinen Titel «Ehrenlokführer» hat Mühlhoff inzwischen längst veredelt: Er ist Lokführer für Dampf- und Dieselmaschinen geworden und fährt Züge auf der Ostertal-Museumsbahn.

Die steigende Beliebtheit der bis auf wenige Ausnahmen schon aufs Abstellgleis geschobenen «Schwarzen Riesen» hebt bei Fans auch den Status des «Ehrenlokführers», zumal derzeit nur zwei Gesellschaften Vollzeitkurse veranstalten: «Molli» und die HSB. Stand bisher aber der Spaß im Vordergrund, wird von Mitte 2008 an in den auf zwei Wochen angelegten HSB-Kursen eine «neue Qualität» eingeführt: «Wir wollen das Ausbildungsniveau anheben und dabei auch die Theorie verstärken», sagt Bauer. Aber auch mit den umfangreicheren Kenntnissen dürfen «Ehrenlokführer» keine Maschinen selbstständig steuern.

Der Intensität der Ausbildung entsprechen auch die Kosten: 880 Euro verlangen die HSB für eine Teilnahme in den Monaten März bis Oktober, im Winter sind es 100 Euro weniger. Bei «Molli» sind für die Unterweisung 800 Euro zu berappen. Wer nur einen kurzen Eindruck von der Arbeit auf Dampfloks gewinnen will, kommt mit weniger Zeit- und Geldaufwand aus. «Unser Schnupperkurse läuft über zwei Tage und kostet 190 Euro», sagt Degner. 100 Euro mehr sind es bei den HSB für drei Tage. «Hierbei fährt man auch Dienstschichten auf der Dampflok», erläutert Prochnau - auch auf der schönen Strecke hinauf zum Brocken.

Informationen: Harzer Schmalspurbahnen, Friedrichstraße 151, 38855 Wernigerode, Telefon: 039 43/55 80; Mecklenburgische Bäderbahn «Molli», Am Bahnhof, 18209 Bad Doberan, Telefon: 038 203/41 50

Harzer Schmalspurbahnen: www.hsb-wr.de

«Molli»: www.molli-bahn.de


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