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Gesundheit und Wellness

05.08.2008 08:51 Alter: 13 yrs

Mehr Durchblick beim Grauen Star

Kategorie: Neues aus der Medizin

Kunstlinsen sorgen nach einer Linsentrübung wieder für klare Sicht. Doch viele Patienten wissen zu wenig über das unterschiedliche Leistungsvermögen moderner künstlicher Linsen.

Bei Grauem Star trübt sich  der Blick. © Olga Semicheva - Fotolia.com

Der Graue Star (Katarakt) ist die häufigste Ursache für eine massive Verschlechterung des Sehvermögens im Alter. Bei mehr als 90 Prozent der über 65-jährigen trübt sich die ursprünglich klare Augenlinse allmählich ein, die Farben verblassen, man blickt wie durch eine Milchglasscheibe. Wieder klare Sicht können eine Operation und der Austausch der getrübten Linse durch eine künstliche Linse bringen. Doch die wenigsten Patienten sind gut darüber informiert, dass es bei den Kunstlinsen erhebliche Unterschiede im Leistungsspektrum und im Komfort gibt.

 

Während in Entwicklungsländern noch immer Millionen Menschen wegen eines Grauen Stars erblinden müssen, droht dieses Schicksal hierzulande keinem mehr. Etwa 700.000 Mal pro Jahr tauschen die Augenchirurgen in Deutschland eine alte, trübe Linse durch eine neue, sogenannte Intraokularlinse aus. Der Eingriff dauert meist nicht länger als 20 bis 30 Minuten und gilt als sehr sicher.

 

Bei den von den Krankenkassen erstatteten Standard-Intraokularlinsen handelt es sich in der Regel um monofokale Linsen mit nur einer festgelegten Brennweite. Die Fähigkeit der natürlichen Linse, sich flexibel auf verschiedene Entfernungen einzustellen, besitzen solche Linsen leider nicht. Der Patient muss sich dementsprechend vor seiner Operation entscheiden, ob er später lieber im Nahbereich oder in die Ferne scharf sehen möchte. Das bedeutet, die Betroffenen benötigen zusätzlich eine Lese- oder Fernbrille.

 

In der Bevölkerung noch wenig bekannt ist allerdings, dass es auch eine ganze Reihe spezieller Intraokularlinsen gibt, die ihren Trägern 

zusätzliche Funktionen und mehr Komfort bieten. Multifokallinsen beispielsweise ermöglichen ein scharfes Sehen von der Nähe bis in die 

Ferne. Sie kommen damit den Eigenschaften der natürlichen Linse deutlich näher und machen eine zusätzliche Brille in den meisten Fällen überflüssig. Da solche modernen Intraokularlinsen auch eine verbesserte Kontrast- und Farbwahrnehmung erlauben, gewinnt der Träger erheblich an Lebensqualität.

 

Mit anderen Speziallinsen wiederum lassen sich nicht nur der Graue Star, sondern gleichzeitig noch weitere vorhandene Sehprobleme wie zum Beispiel eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) korrigieren. Oder spezielle Filter sorgen dafür, dass die empfindlichen Sehzellen in der Netzhaut besser vor energiereichem und potenziell gefährlichem blauen Licht geschützt werden.

 

Trotz der beeindruckenden die Vorteile solcher Intraokularlinsen mit Zusatznutzen, sind längst nicht alle Patienten mit Grauem Star ausreichend darüber aufgeklärt. Wer mehr Informationen zum Grauen Star und den verschiedenen Intraokularlinsen sucht, dem bietet zum Beispiel die Internetseite www.InitiativeGrauerStar.de eine erste gute Übersicht. Die Initiative Grauer Star gibt auch eine kostenlose Broschüre heraus, die man die man gegen Einsendung eines mit 1,45 Euro frankierten und mit der eigenen Adresse versehenen DIN-A5-Rückumschlags bestellen kann bei: Initiative Grauer Star, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg.