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Garten + Bauen + Wohnen

10.03.2008 14:08 Alter: 14 yrs

Platz für alle: Die neuen Sofas sind groß und hell

Kategorie: Wohnraumgestaltung

Eine Patchwork-Familie mit viel Platz im Wohnzimmer und einem gut gefüllten Geldbeutel, bei der es ziemlich sauber zugeht: So sieht die ideale Zielgruppe der Designer aus, wenn es um die neuen Sofas geht.

Auch im gehobenen Bereich bieten Hersteller - wie hier Flexform -ihre üppigen Polsterinseln in kleineren Versionen an. (Bild: Cantzler/dpa/tmn)

Köln (dpa/tmn) - Flexibilität, üppige Maße und helle Farben sind die Trends 2008. Fast immer lässt sich etwas verschieben, umklappen oder verstellen. «Um Multifunktionalität kommt heute einfach keiner mehr herum», sagt Ursula Geismann vom Verband der deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef. Das entspreche einerseits den Bedürfnissen der Verbraucher, die auf einem Sofa heute nicht mehr nur sitzen wollen. Andererseits werde damit der Spieltrieb befriedigt.

«Man will auch gestalterische Freude an seinen Möbeln haben», heißt es bei der Kölnmesse, die die Möbelmesse «IMM Cologne» ausrichtet. Und so wird mit Hilfe der flexiblen Sofas jeder selbst zu einem kleinen Designer, der mit wenigen Handgriffen sein Wohnzimmer verändern kann. Wo früher gezerrt, gestemmt, geruckelt und manchmal auch geflucht wurde, reicht mittlerweile meist ein leichtes Tippen, Anheben und Schwenken. Mit wenig Arbeit lässt sich aus dem eleganten Dreisitzer ein Doppelbett machen - und aus der ausladenden Sitzlandschaft eine intime Polsterinsel.

Als «Lebmöbel» bezeichnet Antal Nemeth vom niederländischen Hersteller Leolux diese neue Sofa-Generation. «Rising Dunes» heißt das entsprechende Modell seiner Firma, eine raumgreifende Sitzlandschaft, die durch vielfach verstellbare Lehnen und Sitzflächen immer wieder ihr Gesicht verändern kann.

Den Raum in alle Richtungen nutzen soll «Living Landscape» vom Hersteller Walter Knoll aus Herrenberg. Das Ecksegment lässt sich um 90 Grad, die Recamière sogar um 180 Grad drehen. So kann sich mal zum Fernseher, mal zum Fenster oder auch zum Kamin gewendet werden. Der Designer Pascal Mourgue spielt dagegen bei seinem für Ligne Roset aus Gundelfingen entwickelten Modell «Patchwork» mit verschiedenen Ebenen - und hat dabei eine sich immer in der Veränderung befindliche moderne Familie im Blick.

Eine weitere Variante bringt das Unternehmen Brühl aus Bad Steben ins Spiel: Hier wird an- und abgedockt - und zwar die Lehne des Sofas «plupp a-p». Das Basisteil verfügt über 20 Andockstellen. So verspielt manche Funktion anmutet, so nüchtern sieht es bei den Formen aus. «Es wird weicher, sinnlicher, dekorativer», sagt Irene Fromberger vom Design-Beratungsunternehmen «Form und Folgen» in Wiesbaden - um sofort einzuschränken, dass das nichts mit verschnörkeltem Barock zu tun hat: «Es kommt die neue Schlichtheit.»

Von einer neuen Klassik sprechen die Einrichtungsexperten sogar. Selbst in der Vergangenheit für ausgefallene Entwürfe bekannte Firmen setzen auf eher konventionelle, altbewährte Formen. Beispiele dafür sind italienische Firmen wie Cassina, Bonaldo, Driade oder Zanotta. Wie bei den Formen gibt sich das Sofa 2008 auch farblich zurückhaltend. Zwar sind vereinzelt immer noch kräftiges Rot und Violett zu sehen. Favoriten sind aber neben erdigen Brauntönen vor allem helle Farben. Vom «weißen Wunder» spricht Thomas Grothkopp vom Bundesverband des Deutschen Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandels (BVDM) in Köln. Weiß passt zu allen anderen Farben und sorgt für optische Ruhe.