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Freizeit und Hobby

07.04.2008 09:04 Alter: 14 yrs

Über das Sammeln

Kategorie: Sammeln, Regierungsbezirk Oberfranken

Der Begriff Sammeln bezeichnet die systematische Suche

Flohmarkt BR

Flohmarktstände sind ein Paradies für Sammler.

Der Begriff Sammeln bezeichnet die systematische Suche, Beschaffung und Aufbewahrung einer abgegrenzten Art oder Kategorie von Dingen oder Informationen.

Seit ungefähr fünf Millionen Jahren, vom Austritt aus dem Tier-Mensch-Übergangsfeld bis zur Jungsteinzeit, war das wildbeuterische Sammeln und Horten von vor allem Lebensmitteln überlebenswichtig ("Jäger und Sammler)".

Ein übereifriger Sammler (des Sammelns willen) wird im norddeutschen Raum heute ugs. auch als 'Zedler' bezeichnet, abgeleitet von der ursprünglichen Berufsbezeichnung der 'Zedlerei' oder 'Zeidlerei', dem Raubsammeln von Honig.

Heute wird Sammeln von Einzelnen hauptsächlich als Hobby betrieben und ist vor allem ein Phänomen der westlichen Industrieländer. Bedeutender ist das professionelle und institutionalisierte Anlegen von Sammlungen, z. B. von Museen, Bibliotheken und Archiven.

Sammeln als Hobby
Grundsätzlich kann und wird alles gesammelt, aus Platzgründen vor allem aber handliche Dinge. Dabei gibt es den systematischen Sammler, der Objekte eines bestimmtes eingegrenzten Gebiets (einer Region, Epoche, Gattung bzw. Thematik) oder Produkte eines Herstellers möglichst vollständig besitzen will, und den eher unsystematischen Sammler, der nur die Dinge sammelt, die ihm gefallen oder die ihn an etwas erinnern. Dabei wecken besonders seltene Gegenstände (Raritäten) häufig ein besonderes Interesse bei Sammlern, beliebte Sammelobjekte werden teilweise schon bei der Produktion künstlich verknappt (limited Editions / begrenzte Auflagen). Sammlerprofile zeigen, daß am Anfang häufig ein Zufall stand, durch Geschenke, Erbschaft u.a. war das Interesse zu weiterem Erwerb geweckt, dabei spielten ästhetische Gesichtspunkte besonders häufig eine Rolle. Die erste Sammlung wird sehr oft durch weitere Sammlungen erweitert, der ersten Sammlung bleibt der Sammler aber fast immer treu, ein Sammler bleibt i.d.R. bei seiner Sammeltätigkeit sein Leben lang. Ehepaare sammeln - wenn auch auf verschiedenen Gebieten - gemeinsam. Eine große Zahl von Sammlern strebt ehrgeizig nach Wissen über seinen Gegenstand und versucht über Ausstellungen und Publikationen seine Kenntnisse und Erkenntnisse weiterzutragen. Viele Sammler organisieren sich in Vereinen. Auch Tauschbörsen werden veranstaltet, wo die Sammler miteinander Kontakt aufnehmen können und Sammlerstücke austauschen oder kaufen. In beliebten Sammelgebieten können Händler damit ihren Lebensunterhalt verdienen, und viele Objekte werden auch aus kommerziellem Interesse eigens für Sammler in limitierten Auflagen (mit Sammlerzertifikat) hergestellt. Einige besonders begehrte Hersteller organisieren eigene Sammlerklubs mit Sonderangeboten. Flohmarktstände sind ein Paradies für Sammler.

Fundquellen für Sammler sind oft Auktionen, Flohmärkte, Antiquitätenläden oder Antiquariate und zunehmend Online-Angebote. Das Internet hat besondere Bedeutung für Sammler sehr exotischer Dinge, die sich so einfach und schnell weltweit austauschen können. Meist ist der Erhaltungsgrad der Sammelobjekte mitentscheidend für die endgültige Festsetzung des Preises.

Populäre Sammelgebiete
Es gibt ungezählte Dinge, die gesammelt werden. Dazu zählen etwa Aktien und Wertpapiere, Ansichtskarten, Anstecknadeln, Antiquitäten, Autogrammkarten, Autos (insbesondere wertvolle Oldtimer), Auto- oder Eisenbahnmodelle, Banknoten, Bierdeckel (Bierfilze), Bierdosen oder Flaschen, Bierkrüge, Blechspielzeug (z. B. Schuco-Autos), Briefmarken, Briefpapier, Bücher, Comics, Fotografien, Feuerzeuge (z. B. Zippos), Gemälde, Gläser, Grafiken, Handtaschen, Kameras (insbesondere Leicas), Keramik, Kronkorken (von Glasflaschen), Lesezeichen, Militaria, Mineralien und Fossilien, Münzen (siehe Münzen sammeln) und Medaillen, Musikinstrumente, Porzellan, Sammelbilder, Schallplatten, Schmetterlinge, Schmuckstücke, Schuhe, Servietten, Spardosen, Spielzeug, Streichholzschachteln, Telefonkarten, Figuren aus Überraschungseiern, Waffen, Zeitungen und Zigarettenbilder.

Professionelle Sammlungen

Im Bereich der Museen und Archive erhält das Sammeln seinen offiziellen Rahmen. Diese gehen in vielen Fällen auf private Sammlungen von Fürsten und Herrschern zurück, welche durch das Anlegen der Sammlung ein Abbild des Kosmos einfangen wollten, um damit ihre Macht zu demonstrieren. Zum Beispiel waren Rudolf II. und August der Starke als begeisterte Sammler bekannt. Für Museumssammlungen ist die systematische Dokumentation der Fundumstände und des Gebrauchskontexts der Dinge wesentlich. Im Museum geht es allerdings nicht nur um Sammeln und Dokumentieren, sowie um Archivieren und Konservieren, sondern auch um pädagogische Präsentation und Vermittlung (Museumspädagogik).

Auch Gelehrte und Wissenschafter sind als Sammler in Erinnerung geblieben: Petrarca etwa vermachte seine riesige Büchersammlung dem venezianischen Staat mit der Bedingung, diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Johann Wolfgang von Goethe karikiert sich und seine Sammelleidenschaft in dem Dialog Der Sammler und die Seinigen (ISBN 90-5705-066-8) selbst als der Beherrscher, der "die Welt nach seiner Idee" modelliert. Er soll eine Kunstsammlung mit über 25.000 Einzelstücken besessen haben.

Gefunden bei www.wikipedia.de