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08.03.2008 16:50 Alter: 12 yrs

Wege aus der Winterstarre: Mit richtigem Training fit werden

Kategorie: Körper und Geist

Es ist das alte Problem: Nach der Winterpause und zahlreichen gemütlichen Abenden auf dem Sofa fällt es vielen Menschen schwer, sich im Frühling wieder für Sport aufzuraffen.

Vor dem Laufen aufwärmen - sonst kann es schnell zu Verletzungen kommen. (Bild: Techniker Krankenkasse/dpa/tmn)

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - «Man muss den inneren Schweinehund überwinden», sagt Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten in Wiesbaden. «Das ist aber eigentlich gar nicht so schwer wie man denkt, denn der Körper ist im Frühling sowieso auf Aktivität eingestellt.»

Da der Anfang aber meist schwer ist, sollte man ein paar Regeln beachten: «Man darf nicht erwarten, dass man nach dem Winterschlaf in zwei, drei Wochen wieder in Höchstform ist», betont die Sportwissenschaftlerin Uta Engels vom Deutschen Olympischen Sportbund in Frankfurt. Auch wer vor den kalten Monaten regelmäßig Sport getrieben hat, müsse seinem Körper nach der Pause nun Zeit lassen. «Stattdessen sollte man sich kleine, erreichbare Ziele setzen und langsam anfangen.»

Internist Wesiack warnt ebenfalls davor, überstürzt ins frühlingshafte Sportprogramm zu starten. «Man darf die Schraube nicht überdrehen», betont er. «Man fühlt sich wegen der hormonellen Umstellung des Körpers zwar wacher und lebendiger als im Winter.» Dennoch sollte der mehrmonatigen Ruhezeit ein Gesundheits-Check folgen, um mögliche Risikofaktoren durch Blutbild, Blutdruck und Cholesterin auszuschließen. Das gilt besonders für ältere Menschen. Auch ein akuter Infekt oder fieberhafte Infektionen, wie sie im Frühjahr häufiger vorkommen, sollten erst gründlich auskuriert werden.

Dann steht dem Schwitzen aber nichts mehr im Weg. Die Sportart ist dabei egal, betont Engels. Nichts sei schlimmer, als sich mit einer ungeliebten Sportart herumzuquälen. «Sonst hält man das Sportprogramm sowieso nicht durch.»

Auch für Andreas Deffner vom Bundesgesundheitsministerium in Berlin gibt es nicht nur eine bestimmte Sportart, um fit in den Frühling zu starten: «Radfahren und strammes Spazierengehen lassen sich hervorragend in den Alltag integrieren. Aber auch viele andere Aktivitäten wie Rudern oder Nordic Walking machen Spaß und helfen, fit zu werden.» Expertin Engels ergänzt: «Wer lieber wetterunabhängig sein will, kann sich einen Hallensport wie Schwimmen aussuchen - oder zu Hause die Fitnessmatte herauskramen und bei geöffnetem Fenster seine Übungen machen.»

Wichtig sind die richtige Kleidung, das richtige Aufwärmen und das richtige Erholungsprogramm nach dem Sport. «Die Kleidung muss immer dem Wetter angemessen sein», betont Engels. «Gerade im Frühling bedeutet das, dass man neben regenabweisender Kleidung auch mal ein oder zwei Schichten ausziehen kann.» Eine Mütze sei ebenfalls wichtig, da der Körper über den Kopf besonders viel Wärme verliere. Außerdem sollte man die Muskeln vor dem Sport ausreichend aufwärmen und dehnen. «Nach dem Sport sollte man dann das Trinken nicht vergessen, heiß duschen und sich warm anziehen, damit man sich nicht erkältet.»

Die Ernährung ist laut Wesiack ebenfalls wichtig: «Im Winter haben die meisten Menschen mehr Fleisch und Fett gegessen. Jetzt sollten sie sich bewusster ernähren und mehr Obst, Gemüse und pflanzliche Produkte zu sich nehmen.» Das helfe nicht nur, überflüssige Pfunde zu verlieren. «Man fühlt sich durch das leichte Essen auch psychisch fitter - das ist eine Kopfsache.»

Infos zur gesundheitlichen Prävention vom Gesundheitsministerium: www.die-praevention.de

Tipps vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB): www.richtigfit.de