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02.10.2008 14:01 Alter: 13 yrs

Kampf gegen Krebs

Kategorie: Neues aus der Medizin

Immer mehr Mediziner stellen den Nutzen und die Erfolge der Chemotherapie in Frage. Haarausfall, Übelkeit, Gedächtnisstörungen und Krämpfe – die Liste der Spätfolgen der Chemotherapie ist lang.

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(openPR) - Bisher wurden diese Nebenwirkungen einzig auf Stress oder Depressionen zurückgeführt. Aktuelle Studien legen jedoch den Schluss nahe, dass vielmehr die chemische Behandlung dafür verantwortlich ist.

Das meint auch Dr. Ulrich Kübler: „Die Chemotherapie ist eine Sackkasse, ein wahrer Etikettenschwindel.“ Der renommierte Onkologe leitet ein gleichnamiges Forschungsinstitut in München, das seit Jahren neuartige, erfolgreiche Strategien und Verfahren zur Krebsfrüherkennung und -bekämpfung erforscht, entwickelt und anwendet. Allen voran: Die kombinierte Immuntherapie.

Untermauert wird die Ansicht Küblers von den Erkenntnissen des Epidemiologen Prof. Dr. Dieter Hölzel. Der Krebsforscher der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität hatte zusammen mit Onkologen seit 1978 tausende von Krebsfällen dokumentiert und analysiert, in denen unter anderem chemotherapeutische Verfahren zum Einsatz kamen. Sein ernüchterndes Ergebnis: Patienten würden auch heute noch genauso schnell versterben wie ihre Leidensgenossen vor 25 Jahren. Zwar sei die Überlebensrate für Darmkrebs ein wenig gestiegen, die für Brustkrebs im selben Zeitraum jedoch gesunken.


Zwar streiten beide Forscher der Chemotherapie gewisse Erfolge nicht ab – wie etwa bei der Behandlung von Lymph- und Hodenkrebsarten, Morbus Hodgkin sowie Leukämien. Nur gegen einen automatisierten und flächendeckenden Einsatz der Chemotherapie wehrt sich vor allem Kübler. Viel wichtiger sei es individuelle, auf den jeweils zu behandelnden Patienten zugeschnittene Therapieformen voranzutreiben, fordert der Experte.

Kübler selbst setzt bei der Krebsbekämpfung auf die so genannten natürlichen Killer-Zellen (NK-Zellen) eines Patienten. Diese Untergruppe der weißen Blutkörperchen kann im Rahmen der von ihm entwickelten kombinierten Immuntherapie so manipuliert werden, dass sie virusinfizierte und krebsartig veränderte Zellen erkennt, abfängt und außer Gefecht setzt. „Die Killer-Zelle ist quasi ein köpereigener, multimodaler Antikörper, der bestimmte Rezeptoren blockiert, so dass die Tumorzelle keine Informationen mehr zur Teilung und der damit verbundenen Streuung erhält“, erläutert Kübler.