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Auto und Motorrad

06.10.2008 08:54 Alter: 12 yrs

„Teure Firmenwagen“ Nobler Fuhrpark missfällt dem Fiskus

Kategorie: Steuer, Geld, Aktuell und Interessant

Für die Firma benötigte Pkws werden steuerlich genauso behandelt wie alle anderen zum Unternehmen gehörenden Gegenstände. Kaufpreis oder Leasingraten sowie laufende Kosten mindern den Gewinn.

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(PA) Das gilt aber nicht immer, denn beim Fuhrpark mit üppiger oder flotter Ausstattung streichen Finanzbeamte immer öfter Pkw-Kosten, auch wenn das Gefährt eindeutig für Firma oder Kanzlei benötigt wird. Eine Reihe aktueller Urteile zeigt, dass dieses Thema vor allem im Rahmen von Betriebsprüfungen auf den Tisch kommt, teure oder sportliche Wagen als unangemessen eingestuft und die zu üppigen Kosten auf den deklarierten Gewinn draufgeschlagen werden. Selbstständige können auf diese Einstufung in der Regel gar nicht sofort reagieren, weil der Pkw langfristig geleast ist oder kurz vor der Betriebsprüfung gerade erst gekauft wurde. Daher müssen sie mit Argumenten kontern, um nicht auf den Pkw-Kosten sitzen zu bleiben und damit die Gewinne auf Dauer in die Höhe schnellen zu lassen. Die Angemessenheit wird nach der Kosten-Nutzen-Analyse eines ordentlichen Kaufmanns geprüft. Zahlt er den für den Luxuswagen angefallenen Mehraufwand, weil der Repräsentationsaufwand für seinen Geschäftserfolg unerlässlich ist, hat das Finanzamt schlechte Karten. Deutet die Wahl des Sportflitzers hingegen eher auf Fahrspaß für den Firmeninhaber hin, gehört er in den Privatbereich und ist steuerlich zumindest anteilig nicht akzeptabel. Das sieht das Finanzgericht (FG) Nürnberg beispielsweise beim zweisitzigen Mercedes 500 SL (Az. I 111/2003) oder einem Porsche 911 Turbo Coupé (Az. IV 94/2006) so und stuft diese Gefährte als nicht angemessen ein. Ähnlich beurteilt es das FG Thüringen bei einem Mittelständler mit Jahresgewinnen von im Schnitt 50.000 €. Hier ist der Mercedes CL 420 Coupé zur Hälfte unangemessen (Az. IV 148/02).

Doch das gilt nicht generell für ein Luxus- oder Sportauto. Für die steuerliche Beurteilung kommt es auf den jeweiligen Einzelfall an. Daher kann das Nobel-Kfz beim Staranwalt angemessen sein, beim Handwerker hingegen nicht. Denn es gehört für eine florierende Kanzlei schon zur Grundausstattung und ist wichtig für die Repräsentation. Unter diesem Aspekt akzeptiert der Bundesfinanzhof durchaus einen Mercedes 500 SEL (Az. I R 149/84).

Diese Einzelfälle sind für Selbstständige aber kaum als Leitlinie brauchbar. Sie müssen eher auf die Größe der Firma oder Kanzlei und die Höhe der Umsätze und Gewinne schauen und hiervon ausgehend dem Finanzamt den erhöhten betrieblichen Repräsentationsaufwand erläutern. Dabei sind die Beamten bei einem BMW eher einsichtig als bei einem Porsche. Generell gilt nämlich die Faustregel, dass steuerlich nicht die Limousine vom Kleinwagen, sondern ein übliches Fahrzeug vom Sportflitzer abzugrenzen ist.

Weitere Tipps zum Thema „Steuern sparen für Autofahrer“ finden Interessierte im gleichnamigen Ratgeber von Dr. Hagen Prühs, erschienen beim VSRW-Verlag, Bonn. Das Buch kann für 19,80 Euro unter Tel. 0228 95124-0 oder unter www.vsrw.de bestellt werden.