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Auto und Motorrad

14.08.2014 13:45 Alter: 6 yrs

Mobilität auch im Alter!

Kategorie: Bildung + Wissen, Auto und Motorad, Aktuell und Interessant, Gesundheit + Wellness, Ratgeber


In Europa werden die ersten Alterskohorten alt, die ihr Leben lang Auto gefahren sind. Da die Entwicklung im Alter regelmäßig einige Veränderungen in den sensorischen, kognitiven und motorischen Leistungsfähigkeiten bereit hält, die für eine sichere Fahrzeugführung bedeutsam sind, wird befürchtet, dass sich vermehrte und veränderte Verkehrssicherheitsprobleme ergeben werden. Wie steht es tatsächlich um die Mobilität und das Unfallrisiko Älterer?

Mobilität und vor allem ein eigenes Kraftfahrzeug symbolisieren Unabhängigkeit, Erlebnisreichtum und Aktivität. Für viele Menschen ist gerade mit der Zeit nach der Pensionierung die Vorstellung verbunden, Reisen und Erkundungen "nachzuholen", für die vorher keine Zeit war. Dass die Verwirklichung solcher Vorstellungen für den Verlauf des Alterungsprozesses durchweg günstige Auswirkungen hat, legen vielfältige Untersuchungen über die positiven Zusammenhänge zwischen Aktivität und Zufriedenheit im Alter nahe. Eindrucksvoll belegt werden gesundheitliche Unterschiede im Zusammenhang mit aktiver Automobilität für die USA durch eine Studie von Freeman et al. (2006). Danach ist das Risiko im Alter, dauerhaft betreut werden zu müssen (z. B. in Pflegeheimen, Altenwohnheimen mit Transportdiensten und Versorgung), für Personen, die mindestens seit 6 Monaten nicht mehr Auto fuhren, annähernd fünfmal so hoch wie für aktive Autofahrer. Für Personen, die noch nie Auto gefahren waren, war dieses Risiko mehr als dreimal so hoch. Diese Ergebnisse zeigten sich unabhängig vom Alter, Geschlecht, vom Familienstand und von einer Reihe erfasster Gesundheitsmerkmale.

Tatsächlich sind ältere Menschen nicht die auffälligste Gruppe in der Straßenverkehrsunfallbilanz; die Entwicklung verlief jedoch bereits in den letzten Jahren deutlich ungünstiger als für andere Altersgruppen. Dabei zeigen sich zwischen den Arten der Verkehrsteilnahme signifikante Unterschiede. In Deutschland ist bei älteren Fußgängern annähernd eine Halbierung der Unfallzahlen in den vergangenen 20 Jahren zu verzeichnen. Deutlich gestiegen sind hingegen die Unfallzahlen älterer Pkw-Insassen und älterer Radfahrer. Soweit es die Pkw-Nutzung betrifft, spiegelt diese Entwicklung wesentlich die veränderte Verkehrsteilnahme wider. Die außerordentlich hohen Zahlen verunglückter älterer Fahrradfahrer entsprechen jedoch keineswegs dem Anteil des Radfahrens an der Verkehrsbeteiligung Älterer. Es gibt eine Teilgruppe älterer Menschen, die viel Fahrrad fährt. Diese Gruppe ist einem hohen Risiko ausgesetzt. Die höchste Verkehrssicherheit weisen im Übrigen (auch für ältere Menschen) öffentliche Verkehrsmittel auf. Berücksichtigt man die geringere Verkehrsteilnahme Älterer, so fällt der Vergleich mit anderen Altersgruppen noch deutlich ungünstiger aus. Relativ zu den gefahrenen Meilen weisen ältere Autofahrer über 75 Jahre in den U.S.A. ein höheres Risiko auf, im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken, als die unter 20-Jährigen. Ein Vergleich des Todesrisikos der Altersgruppen, relativ zu den gefahrenen Kilometern, stellt die älteren Fahrer allerdings schlechter als die jüngeren, da das Verletzungsrisiko und die Mortalität der älteren Menschen, wenn sie denn in einen Unfall verwickelt sind, deutlich höher sind.

Und Mietwagen?

Manche Autoverleiher verlangen ab einem bestimmten Alter des Fahrers eine Zusatzzahlung. Das Höchstalter liegt meistens bei 75 Jahren, es gibt allerdings auch Fälle, wo es bereits mit 69 beginnt, zum Beispiel in Irland, wo die Versicherungsbedingungen für Mietwagen auch sehr strikt geregelt sind.

Bei einigen Autovermietern haben Sie über die Altersgrenze hinaus die Möglichkeit, ein Auto zu mieten, müssen dann aber mit einer Zusatzgebühr rechnen. Ob es eine Höchstaltersgrenze gibt und wie diese geregelt ist, ist von Vermieter zu Vermieter unterschiedlich und hängt natürlich vor allem von den Versicherungsbestimmungen im Land ab. Informieren Sie sich deshalb am besten vor Vertragsabschluss über die spezifischen Bedingungen des jeweiligen Angebots. Dazu ein nützlicher Opens external link in new windowLink.

Sicher mobil

Im Rahmen des Programms »Sicher mobil« bietet der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) Seminare für ältere Verkehrsteilnehmer an. Speziell ausgebildete Moderatoren informieren in Altenheimen, Volkshochschulen oder Vereinen über alle wichtigen Fragen des Straßenverkehrs. Um die persönlichen Grenzen des Autofahrens besser einschätzen zu können, gibt der DVR die Broschüre »Fit und Automobil«, herau. Informationen unter www.dvr.de.

Fragen zur Verkehrssicherheit, zur Funktion von Fahrerassistenzsystemen oder neuen Verkehrsregeln beantworten von der Deutschen Verkehrswacht speziell ausgebildete Seniorenberater. Die Berater arbeiten gemeinsam in einem Netzwerk mit Ärzten, Kfz-Experten und Polizei. Informationen bei den lokalen Verkehrswachten der Bundesländer und unter www.deutsche-verkehrswacht.de.

 

Ein mehrstündiges Senioren-Training bietet der Opens external link in new windowADAC an. Ohne Zeitdruck und Hektik und im Kreis Gleichaltriger lernen ältere Autofahrer hier unter anderem, wie sich ein Fahrzeug in Grenzsituationen verhält sowie Fahrtechniken, mit denen Gefahrsituationen besser zu bewältigen sind.

Verkehrstauglich?

11 Fragen zur eigenen Verkehrstauglichkeit von der Ärztin Dr. Hannelore Hoffmann-Born:

 

  • - Fällt Ihnen das Fahren bei Nacht oder in der Dämmerung besonders
      schwer, und blenden Sie häufig entgegenkommende Fahrzeuge?  
  • - Sind Ihnen in letzter Zeit nicht erklärbare Unfälle oder Beinahe-Unfalle
      passiert?
  • - Verfahren Sie sich öfter?
  • - Empfinden Sie das Autofahren als immer anstrengender?
  • - Fällt es Ihnen schwer, die Geschwindigkeit anderer Autos richtig
      einzuschätzen?
  • - Hat Sie jemand mal auf Ihren Fahrstil angesprochen, oder fährt
      man nicht mehr gerne mit Ihnen?
  • - Fühlen Sie sich in fremder Umgebung oder im dichten Stadtverkehr
      zunehmend unsicher?  
  • - Haben Sie das Gefühl, in kritischen Situationen langsamer als früher
      zu  reagieren?
  • - Sind Sie unsicher, wenn Sie auf eine Hauptverkehrsstraße
      (ohne Ampelregelung)  einbiegen wollen?
  • - Sind Sie tagsüber vermehrt müde – auch am Steuer?
  • - Hupen andere öfter ungeduldig?


Den kompletten Online-Test mit Auswertung finden Sie Opens external link in new windowhier:


Quellen: uni-frankfurt.de/Prof. Dr. Bernhard Schlag  / DVR/ Tüv Hessen