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Aktuelles aus Thüringen

12.08.2008 14:36 Alter: 13 yrs

Thüringer Landschaftsgärtner beklagen Abwanderung – Demographische Entwicklung spürbar

Kategorie: Thüringen

Die Abwanderung von Auszubildenden im Garten- und Landschaftsbau in Thüringen hat in den letzten Jahren zugenommen.

Roger Baumeister, FGL-Referent für Aus- und Weiterbildung: Die Ausbildung bleibt eines der wichtigsten Themen für uns, das ist gar keine Frage.

(openPR) - „Wir spüren einen deutlichen Trend Richtung Westen“, sagte Roger Baumeister, Referent für Aus- und Weiterbildung beim Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen e V. (FGL). „Aber auch das europäische Ausland wird immer wichtiger für die Auszubildenden, die sich um einen Job bemühen. Auswirkungen für den Azubi-Markt werden erst erkennbar sein, wenn mehrere Jahrgänge nicht mit neuen Auszubildenden besetzt werden können.“

Zwar belegen nach Verbandsangaben neue Umfragen der Branche, dass unter den sieben gärtnerischen Fachrichtungen der Garten- und Landschaftsbau seine Spitzenposition weiter ausgebaut hat. „In Thüringen und anderen neuen Bundesländern ist die Zahl der Jugendlichen im ausbildungsfähigen Alter aber in einem sehr kurzen Zeitraum dramatisch eingebrochen“, so Baumeister. Nach eigenen Angaben sind die Ausbildungszahlen in Thüringen inzwischen fallend. Von bisher durchschnittlich 100 Azubis in einem Ausbildungsjahrgang ist die Zahl 2007 auf 70 zurückgegangen. Als Grund für diesen Rückgang verweist Roger Baumeister auf den demographischen Wandel, der sich immer stärker bemerkbar macht. „Dieser Entwicklung versucht das Ausbildungsförderwerk der Garten- und Landschaftsbauer (AuGaLa) bundesweit durch den Einsatz von so genannten ‚Referenten zur Nachwuchswerbung’ entgegen zu wirken. Diese Kollegen werben gezielt auf Berufsbildungsmessen oder Ausbildungsforen für den Beruf und die Ausbildung zum Landschaftsgärtner“, so Baumeister. „Die Ausbildung bleibt eines der wichtigsten Themen für uns. Ohne qualifizierte und motivierte junge Menschen blicken wir einer traurigen Zukunft entgegen.“

Als eine Chance sieht Roger Baumeister die weitere Umsetzung der erfolgreichen Imagekampagne der Landschaftsgärtner. „Mit dem Label ‚Ihre Experten für Garten & Landschaft’ und dem dazugehörenden Logo haben wir eine Marke geschaffen, die uns hilft und die wahrgenommen wird. Zudem überarbeiten wir unsere Qualitätsansprüche innerhalb der Ausbildung immer wieder und geben sie in Form von Seminaren, die auch die Ausbilder betreffen, an unsere Betriebe weiter. Letztlich bieten wir Angebote, bei denen jeder Einzelne entscheiden muss, ob er sie wahrnehmen will oder nicht.“

Interview mit Roger Baumeister, Referent für Aus- und Weiterbildung beim Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen e V. (FGL), zur Situation der Ausbildung von Landschaftsgärtnern in Thüringen.

Herr Baumeister, ein großes Gartenjahr für Thüringen ist vorbei. Nun heißt es für Ihre Kollegen sicher, Potential aus dem BUGA-Jahr zu schöpfen. Wie motivieren Sie sich für dieses Jahr 1 nach der BUGA?

Roger Baumeister: Ich glaube, wir richten uns eher danach, wie die Besucher auf die BUGA reagiert haben. Und das ist ausgesprochen positiv. Insofern brauchen wir kaum Motivation, denn das Thema „Garten“ hat nicht nur in Thüringen weiter an Bedeutung gewonnen. Durch die vielen Anregungen, Ideen und Gestaltungsbeispiele, die in Gera und speziell Ronneburg zu sehen waren, sind die Gartenliebhaber zu Veränderungen in ihren Gärten inspiriert worden. Das ist spürbar.

Spüren Sie diesen Aufwind dann auch bei einem Thema wie der „Ausbildung“ von Landschaftsgärtnern?

Roger Baumeister: Die Ausbildung bleibt eines der wichtigsten Themen für uns, das ist gar keine Frage. Ohne qualifizierte und motivierte junge Menschen blicken wir einer traurigen Zukunft entgegen. Gerade im Privatgartensegment ist die fachlich fundierte Beratung der Kunden eine wesentliche Dienstleistung für uns. Neue Umfragen belegen, dass unter den sieben gärtnerischen Fachrichtungen der Garten- und Landschaftsbau seine Spitzenstellung in der Ausbildung weiter ausgebaut hat. Allerdings muss man der Fairness halber anmerken, dass in den neuen Bundesländern die Zahl der Jugendlichen im ausbildungsfähigen Alter in einem sehr kurzen Zeitraum dramatisch eingebrochen sind.

Heißt, Sie haben Ausbildungsplätze, aber keine Interessenten, die sie besetzen werden?

Roger Baumeister: Grundsätzlich ja. Sowohl in Hessen als auch in Thüringen, die beiden Bundesländer unseres Fachverbandes stehen in den GaLaBau-Betrieben Ausbildungsplätze ausreichen zur Verfügung. Wir werden aber vor allem in Thüringen langfristig viele nicht besetzen können. Das ist bedingt durch die demographische Entwicklung der Bevölkerungszahlen.

Was haben diese nicht besetzten Plätze für Folgen für die Thüringer GaLaBau-Betriebe?

Roger Baumeister: Direkte hoffentlich keine. Die Betriebe werden versuchen einen Teil der Plätze zu besetzen und ihr Stammpersonal weiter zu fördern und zu qualifizieren. Auswirkungen für den Azubi-Markt werden erst erkennbar sein, wenn mehrere Jahrgänge nicht mit neuen Auszubildenden besetzt werden.

Wie reagieren Sie auf diese Situation?

Roger Baumeister: Dieser Entwicklung versucht das Ausbildungsförderwerk der Garten- und Landschaftsbauer (AuGaLa) bundesweit durch den Einsatz von so genannten „Referenten zur Nachwuchswerbung“ entgegen zu wirken. Diese Kollegen werben gezielt auf Berufsbildungsmessen oder Ausbildungsforen für den Beruf und die Berufsausbildung zur Landschaftsgärtnerin oder zum Landschaftsgärtner.

Wie hoch ist die Zahl der Auszubildenden in Thüringen derzeit?

Roger Baumeister: In Thüringen sind die Ausbildungszahlen im Garten- und Landschaftsbau seit Jahren mehr oder weniger stagnierend und inzwischen fallend. Von bisher durchschnittlich 100 Auszubildenden in einem Ausbildungsjahrgang ist die Zahl 2007 auf 70 zurückgegangen. Die demographische Entwicklung hinterlässt ihre Spuren. Die Thüringer Auszubildenden besuchen die Berufsschulen in Erfurt, Gera und Mühlhausen und werden dort in einer so genannten Blockform ausgebildet. Pro Jahr finden 12 einwöchige Schulblöcke statt.

Was für Aussichten wartet auf diese Jugendlichen?

Roger Baumeister: Wir spüren einen deutlichen Trend Richtung Westen, aber auch das europäische Ausland wird immer wichtiger für die Auszubildenden, die sich um einen Job bemühen.

Betrifft diese Abwanderung Thüringen stärker als Hessen?

Roger Baumeister: Es ist ganz einfach die Situation auf dem Arbeitsmarkt bzw. in den GaLaBau-Betrieben in Thüringen. Es ist nicht genügend Arbeit für alle da und weiterhin zieht das „Mehr-Geld“, das im Westen nicht leichter aber besser verdient werden kann. Dies gilt für viele Berufe im Handwerk und dem Dienstleistungssektor. Leider gibt es in Thüringen eine Vielzahl von Bildungsträgern, die im großen Umfang im GaLaBau ausbilden und diese im Anschluss der Ausbildung freistellen. Selbst mit einer bestandenen Prüfung sind diese Menschen nur sehr schwierig in den Dienstleistungsbereich GaLaBau zu integrieren, da sie nie in der freien Wirtschaft, sondern immer nur in Bildungswerken gearbeitet und gelernt haben.

Warum sind die Bildungswerk-Azubis schwerer zu vermitteln als in Betrieben Ausgebildete?

Roger Baumeister: Man muss in dieser Frage eigentlich die Bildungswerke aufgrund ihrer betrieblichen Strukturen unterscheiden. Was immer wieder festgestellt werden kann, dass bei einem Großteil der Azubis der Bezug zur Praxis und zur freien Wirtschaft fehlt. Sie sind über den Zeitraum der Ausbildung häufig „behütet“ worden, d.h. sie haben das teilweise harte Geschäft einer GaLaBau-Baustelle nie kennen gelernt. Sie unterlagen nie einem Zeitdruck auf der Baustelle, der im Dienstleistungsbereich immer wieder vorkommt. Weiterhin wird zum Teil in den Bildungswerken recht einseitig ausgebildet. Viele Azubis erfahren und erlernen nur einen Bruchteil der umfangreichen Ausbildungspalette im GaLaBau. Viele lernen über einen langen Zeitraum für die schriftliche-, mündliche- und besonders praktische Abschlussprüfung. Nicht viel mehr. Sie bestehen diese, sind aber anschließend den Belastungen eines Arbeitslebens in einem GaLaBau-Betrieb nicht gewachsen.

Gibt es Ihrer Meinung nach Chancen, dass grüne Themen, die Auftragslage und damit auch die Vermittlung von Azubis attraktiver wird?

Roger Baumeister: Unser Bundesverband hat in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden vor sieben Jahren eine Imagekampagne ins Leben gerufen. Mit dem Label „Ihre Experten für Garten & Landschaft“ haben wir eine Marke geschaffen, die uns hilft und die wahrgenommen wird. Zudem überarbeiten wir unsere Qualitätsansprüche innerhalb der Ausbildung immer wieder und geben sie in Form von Seminaren, die auch die Ausbilder betreffen, an unsere Betriebe weiter. Der Berufsstand hat großes Interesse optimal ausgebildete Mitarbeiter zu haben. Zusätzliche Spezialkurse zu ganz unterschiedlichen Themen wie „Dachbegrünung“ oder „Teichbau“ gibt es im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung. Letztlich bieten wir Angebote, bei denen jeder Einzelne entscheiden muss, ob er sie wahrnehmen will oder nicht.

Das Interview mit Roger Baumeister führte Jens Haentzschel

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