Mittwoch, 24.01.2018

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Sonderthema Mai 2008 | Mobilität

Senioren am Steuer

Allgemein:


o    Der Anteil über 60jähriger Verkehrsteilnehmer erhöht sich ständig. Waren es 1989 noch 14%, im Jahr 2000 25%.

Nach der zu erwartenden demografischen Entwicklung wird im Jahr 2040 der Anteil der Älteren über 60 Jahre mit über 30% bei einem Frauenüberschuss von 2:1 den der Jüngeren unter 20 Jahren um mehr als das Doppelte übersteigen

(Quelle: Dt. Juristinnen-Bund 2005).

o    Immer mehr ältere Frauen haben einen Führerschein und nehmen am Verkehr teil: 1999 hatten nur 10% der über 80-Jährigen einen Führerschein – im Jahr 2025 werden 80% der über 80-Jährigen einen Führerschein haben!

o    Mehr als 10 Millionen der etwa 52 Millionen Führerscheininhaber in Deutschland sind über 60 Jahre alt, Tendenz steigend (2006).

o    Ab ca. 70 Jahren haben Verkehrsteilnehmer eine deutlich gesteigerte Rate von Unfallbeteiligungen.

o    ABER: Nach wie vor ist das Risiko für eine Unfallbeteiligungen bei unter 25-Jährigen 6mal höher als bei über 65-Jährigen.

Die meisten Unfallursachen:


o    Bei Jüngeren: nicht angepasste Geschwindigkeit
o    Bei Ältern (60+): Missachten von Vorfahrtsregelungen

o    23% der Verkehrstoten sind zwischen 18 und 25 Jahren
o    16% der Verkehrstoten sind über 65 Jahre

Die Schwächen der älteren Generation:

 

schnellere Ermüdung, geringere Flexibilität (bei unvorhergesehenen Ereignissen), allgemein geringere Leistungsfähigkeit, was leichter zu einer Überforderung in komplexen Verkehrssituationen führen kann.

Die Stärken der älteren Generation:

 

lange Erfahrung im Straßenverkehr, höhere Anpassung und Stressvermeidung (Meidung von Stosszeiten/größere Puffer eingeplant), meist mehr Umsicht

TÜV SÜD Life Service bietet den Fitness-Check für ca. 180 Euro an.

 
Er beinhaltet folgende Dienstleistungen:

Beim „Fitness-Check“ setzen sich Mediziner und Psychologen von TÜV SÜD ausführlich mit der Leistungsfähigkeit und mit einem etwaigen Krankheitsbild des Fahrers auseinander – fallweise kann eine „Probefahrt“ in die Untersuchung einbezogen werden.

Der Teilnehmer erhält eine klare, schriftliche Auskunft über seine Situation und Empfehlungen zur weiteren Verkehrsteilnahme. Auf besonderen Wunsch wird auch ein ausführlicher Bericht an den behandelnden Arzt erstellt.

Ob sich der Kunde an die Empfehlungen hält, bleibt letztlich ihm selbst überlassen. Das Ergebnis unserer Untersuchungen unterliegt aber auf alle Fälle der Schweigepflicht.

Gerade wegen der Freiwilligkeit der Untersuchung setzt TÜV SÜD auf die Unterstützung von Angehörigen und Selbsthilfegruppen, aber auch auf die Kooperation mit Versicherungen und Verbänden.

Der Fitness-Check umfasst folgende Schritte:


•    Auswertung der mitgebrachten medizinischen Befunde

•    Individuelle verkehrsmedizinische Untersuchung

•    Spezielle verkehrspsychologische Leistungstestverfahren (Reaktionstest & Test zur Konzentrationsfähigkeit & Belastbarkeit)

•    Falls erforderlich: ein praktischer Fahr-Check

•    Beratung und Empfehlungen durch erfahrene Experten

Der Test eignet sich nicht nur für Senioren, sondern für alle Personen, die sicher gehen wollen, ob Sie trotz Erkrankung oder körperlicher Beeinträchtigungen in der Lage sind, ein Fahrzeug im Verkehr sicher zu führen. Denn nur so können Sie sicher sein, dass Sie im Schadensfall keine besondere Schuld trifft.

Wichtig ist dabei:


•    Die absolute Vertraulichkeit: Das Untersuchungsergebnis unterliegt der Schweigepflicht.
•    Kunden erhalten ein schriftliches Zertifikat
•    Individuelle Auskunft und hilfreiche Empfehlungen zum sicheren Verhalten


Tipps für die Fahrtenplanung:


o    Nur ausgeruht fahren- Pausen einlegen

o    Nicht bei Dämmerung/ Nacht fahren und Sehvermögenleistung regelmäßig kontrollieren lassen

o    Bei Krankheit oder reduziertem Gesundheitszustand: Hausarzt nach Fahrtauglichkeit fragen/Fitness-Check

o    Bei Einnahme von Medikamenten: Genaue Information vom Arzt einholen/ Beipackzettel lesen

o    Besondere Vorsicht nach Alkoholkonsum (auch kleinere Mengen )

o    Überforderungen vermeiden – Fahrt planen!

o    Eigenes Fahrverhalten selbstkritisch beobachten

o    TÜV SÜD Fitness-Check zur Bestätigung und Haftungsabsicherung

TÜV SÜD setzt hierbei auf freiwillige Maßnahmen – keine gesetzliche Regelung. Alter ist keine Krankheit und deswegen per se kein zulässiges Kriterium für eine Fahreignung.

Tipps für die Autowahl:


o    Hohe Sitzposition: idealerweise ist der Sitz genau auf Höhe der Hüfte, wenn man neben dem Auto steht. Sehr zu empfehlen, aber selten sind schwenkbare Sitze, die das Ein- und Aussteigen zusätzlich erleichtern

o    Komfort: Von Servolenkung bis Klimaanlage, Sound-System und Navigationsgerät. TÜV SÜD empfiehlt, auf möglichst einfache & verständliche Bedienbarkeit zu achten, die nicht vom Verkehrsgeschehen ablenkt

o    Intelligenz: ABS, ESP, Distanzmelder, Parksensoren, Nachtsicht-Einrichtungen u.a.m. erleichtern den Umgang mit dem Auto.


TÜV SÜD AG