Freitag, 25.05.2012

icon Themenauswahl:

Der Umgang mit der Angst von Roland Rosinus

Angsterkrankungen weit verbreitet

Die 10 größten Irrtümer der Angstbewältigung



Warum bezeichne ich die folgenden Aussagen als Irrtümer der  Angstbewältigung ?  Überlegt mit !

Fragt euch bitte, wie ich diese Thesen begründen könnte.


1.  „Hilfe kann es nur von außen ( Bekannte, Freunde , Arbeitskollegen, Ärzte, Bücher, Kurse  ) geben“.

Die Betonung liegt auf nur; ohne Mithilfe des Betroffenen läuft gar nichts ...

2.  „Angstfrei leben...“

...wird es nie geben, denn die ‚gesunde’ Angst hat eine Schutzfunktion. Sie schützt uns vor unüberlegten Handlungen und lässt uns in Gefahrensituationen durch hormonell bedingte körperliche Reaktionen besser reagieren.

3.  „Ich muss die Angst bekämpfen, besiegen, sie so schnell wie möglich wieder loswerden. Angst ist eine Plage...“

Was dann fehlt, ist die Akzeptanz und das Verstehen der Angst; ich werde dann die Ursachen, das Entsehen der Angst nicht finden.(siehe auch Kapitel: Ich kämpfe gegen die Angst)

4.  „Die Angst ist mein größter Feind“

Die Angst ist meine beste Freundin, wenn ich ihr zuhöre und ihre Ratschläge und Warnsignale befolge.

5.  „Wenn es mir erst wieder besser geht, dann tue ich was...“

Dann wartest du noch in 20 Jahren vergebens; du sollst etwas tun, obwohl es vielleicht manchmal weh tut...

6.  „Was soll ich tun, ist alles Veranlagung...Ich kann nichts tun, mein Arzt sagt, das liegt in den Genen.“

Vieles ist Veranlagung, vieles liegt in den Genen, aber nicht alles. Mit einer solchen Aussage gebe ich auf. Ich suche nach einer Rechtfertigung, damit ich selbst bloß nicht zu handeln brauche. Ich gebe meine dringend notwendige Selbstverantwortung leicht ab.

7.  „Ich nehme bis zu meinem Lebensende Medikamente; dann geht es mir gut.“

Auch hier gebe ich ein Stück meiner Selbstverantwortung ab; siehe aber auch Kapitel ‚Medikamente’. Eine differenziertere Auseinadersetzung mit diesem Thema ist zwingend notwendig.

8.  „Psychopharmaka sind gut verträglich, machen nicht abhängig und haben keine Nebenwirkungen.“

Es gibt Menschen, die Psychopharmaka gut vertragen, andere wiederum nicht. Die Aussage, sie hätten keine Nebenwirkungen glaube ich einfach nicht...; siehe aber auch Kapitel ‚Medikamente’.

9.  „Wenn ich nach langer Zeit wieder eine Phase der vermehrten Angst habe, war alles umsonst und ich muss von vorne anfangen.“

Es kommt darauf an, wie ich mit Stillständen und Rückschritten meiner Angstbewältigung umgehe. Ein Rückschritt kann zum Rückfall werden, wenn ich ihn dazu mache. Ansonsten ist ein Rückschritt – wie das Wort schon sagt – ein Schritt zurück...nicht mehr. Gehe möglichst schnell wieder ein paar Schritte vor. Möglicherweise überprüft die Angst deine Angstfestigkeit, besser gesagt, wie weit du schon bist...

10. “Es gibt keine Hoffnung mehr für mich. Angst ist mein Schicksal.  Ich kann nicht mehr, ich gebe auf.“

Siehe hierzu die Geschichte mit den 2 Fröschen. Wenn du aufgibst, bringst du dich um deine Bestimmung, deine Lebensaufgabe.


Roland Rosinus

 

Die Geschichte mit den zwei Fröschen
Zwei Frösche fallen in einen Eimer mit Molke und kommen nicht mehr heraus. Sie schwimmen um ihr Leben. Nach 5 Minuten sagt sich der erste Frosch „Das hat ja eh’ keinen Sinn“, gibt auf und ertrinkt. Der Zweite sagt: „Die Chancen stehen schlecht, aber ich gebe nicht auf“ und schwimmt weiter. Schließlich wird aus der Molke Butter und der zweite Frosch kann den Eimer wieder verlassen. Seine Beharrlichkeit und Hoffnung hat ihm das Leben geschenkt.
Deshalb: Sei stets wie der zweite Frosch!