Montag, 18.12.2017

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Der Umgang mit der Angst von Roland Rosinus

Angsterkrankungen weit verbreitet

 

Ängste im Alltag

Angsterkrankungen weit verbreitet

In Deutschland ist etwa jeder Zehnte an „Angst erkrankt“.

Damit ist nicht die Schutzfunktion „Angst“ gemeint, sondern „Angst“ im Sinne einer zu scharf eingestellten inneren Alarmanlage.


Brenzlig wird es, wenn diese Alarmanlage Überreaktionen in objektiv ungefährlichen Situationen auslöst, diese zu stark sind, die Betroffenen darunter leiden und sie schließlich so unsicher werden, dass sie ihr Haus nicht mehr verlassen. Insbesondere im Bereich der Öffentlichen Verwaltung, im Gesundheitswesen selbst, bei Lehrern und Lokomotivführern geht die Angst verstärkt um.


Untersuchungen zeigen: Ein großer Anteil aller Dienstunfähigkeiten sind auf Psyche/Verhalten zurück zu führen.


Dabei sind die Grenzen zwischen Angst, Depression oder dem so genannten „Burn-Out-Syndrom“ oft fließend und haben Schnittmengen. Psychische Erkrankungen sind weitgehend Tabuthemen. Die Betroffenen sprechen nicht darüber und wollen sich nichts anmerken lassen.

Die Aussage „Ich lasse mir doch keinen Stempel verpassen!“, kennzeichnet in erster Linie die eigene Scham, vermeintliche Schwäche, Angreifbarkeit und die Angst vor Repressalien.

Falsche Bewältigungsversuche enden oft in der Medikamenten–und/oder Alkoholsucht. Langwierige Krankenscheine sind die Folge. Im Kollegenkreis wird getuschelt und manch(e)r sieht sich sehr belastendem Mobbing ausgesetzt.


Glaubt man den festgestellten Ursachen, so sind (Stress-) Belastungen eher gekennzeichnet durch die persönlichen Beziehungen. Ferner kommen mangelnde Anerkennung, Angst vor Fehlern, Stress durch Perfektionismus, neue Aufgaben und befürchtete oder tatsächliche Gewalt hinzu.


Dabei sind Angsterkrankungen gut zu therapieren. Die setzt natürlich den Willen voraus, Hilfe anzunehmen und an sich zu arbeiten.


Wichtig ist auch, die Angst nicht als Feindin, sondern als Warnsignal zu sehen.


In fast allen Fällen mahnt die Angst zu mehr Selbstbestimmtheit: Etwas geht mir zu nahe, die Pausen reichen nicht, meine Erwartungen sind zu hoch, meine Einstellung macht mir das Leben schwer und mein Perfektionismus lässt mich (un-)menschlich handeln.


Voraussetzung des Erfolges ist eine Verhaltensänderung und die Einsicht, nicht nur zu reden. Handeln ist in diesem Falle Gold.


„Nur vom Reden wird der Reis nicht gekocht.“(Chinesisches Sprichwort)

Zehn Tipps zur Angstbewältigung:

1. Akzeptanz der Angst
2. Fachliche Hilfe
3. „Ich will gesund werden!“
4. Sich mehr lieben – Ich-Bild
5. Der Angst zuhören
6. Angstübungen durchführen
7. Auf Gedanken achten
8. Geduld haben
9. Gute Beziehungen – Freunde
10. Seinen eigenen Weg gehen


Zugesandt von einer  Leserin:

Ein Leben der Reaktion ist ein Leben in Sklaverei

– spirituell und intellektuell.

Für ein Leben des aktiven Handelns

– statt des passiven Reagierens

– muss man kämpfen.

Rita Mae Brown

Lass die Hoffnung siegen über die Angst.
Lass das Vertrauen siegen über die Ungewissheit.
Und Deine Liebe wird siegen über Deine Zweifel.

Hans Kruppa