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Sicherheit und Service

19.02.2008 09:34 Alter: 4 Jahre
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Kopieren erlaubt: Creative Commons frischt Urheberrecht auf

Kategorie: Internetsicherheit, Regierungsbezirk Oberfranken

1965 war die Welt noch in Ordnung: Es gab Künstler und ihre Werke, deren Verkauf an Unternehmen geregelt werden musste. Dafür schuf der Staat das deutsche Urheberrecht mit dem Credo «alle Rechte vorbehalten».

Creative Commons ermöglicht etwa Fotografen, die Nutzungsrechte ihrer online gestellten Bilder festzulegen. (Bild: Wenda/dpa/tmn)

Merzig (dpa/tmn) - Dann kam das Internet und mit ihm jede Menge Nutzer, die eigene Filme, Texte oder Lieder online stellten. Andere wollten die Inhalte kopieren, für ihre Websites nutzen oder auch ändern - Dinge, die das Urheberrecht nie vorgesehen hatte. Beiden Lagern hilft die Creative-Commons-Lizenz (CC) weiter.

Sie basiert auf dem Prinzip «manche Rechte vorbehalten». Damit überlässt sie dem Urheber, mit welchen Freiheiten er seine Werke und Inhalte ausstattet, in der digitalen wie der analogen Welt. Wer seine Werke nicht ausdrücklich mit abgestuften Rechten versieht, verhindert - vielleicht ungewollt - die Verbreitung seiner kreativen Leistung.

Denn ohne anderslautenden Urheberrechtsvermerk ist jedes Werk vollständig geschützt - 70 Jahre über den Tod des Urhebers hinaus. Auf der anderen Seite laufen Nutzer, die per CC ausdrücklich dafür freigegebene Inhalte kopieren, tauschen, ändern oder auf ihre Homepage setzen, keine Gefahr, abgemahnt oder verklagt zu werden.

Übersetzt heißt Creative Commons etwa «kreatives Gemeingut». Denn Lawrence Lessing, Juraprofessor in Stanford in den USA und Vordenker der Lizenz, verfolgte mit CC die Idee des Austauschs. «Es ist vor allem auch ein kulturelles Signal», sagt Markus Beckedahl vom deutschen CC-Projekt in Merzig im Saarland. Möglichst viele Werke sollen der Allgemeinheit zur Verfügung stehen - und am besten auch verändert oder weiterentwickelt werden dürfen.

Was sie per CC erlauben, bestimmen die Schöpfer selbst nach einem Baukastensystem mit vier Rechte-Modulen - etwa der obligatorischen Namensnennung (by) oder der Bearbeitungserlaubnis (sa) unter der Voraussetzung, dass das neue Werk unter einer Lizenz mit ähnlichen Bedingungen weitergegeben wird. Die Lizenzen sind kostenlos.

Im Prinzip reicht es aus, «CC» und die Abkürzungen für die Module unter das Werk zu schreiben. Für die Onlinewelt ist es aber nützlich, sich unter de.creativecommons.org den passenden HTML-Code erstellen zu lassen und ihn in die eigene Seite einzubauen.

Dadurch kommen die offiziellen CC-Icons auf die Homepage. Zudem erhält die Seite «Metadaten». «Wenn ich beispielsweise ein Video vertone, kann ich dann gezielt nach Musik mit passender Lizenz suchen», sagt Beckedahl. Eine Suche gibt es auf der CC-Seite. Und auch Suchmaschinen erlauben ein Filtern der Treffer nach Nutzungsrechten.

«Es gibt inzwischen aber auch eine Menge Plattformen im Netz, die die CC-Lizenz mit anbieten», sagt Beckedahl. Der Bilderspeicher Flickr zählt ebenso dazu wie Blog.de oder das Videoportal Sevenload. Selbst Microsoft bietet ein CC-Plug-In für Office an.

CC will das deutsche Urheberrecht nicht demontieren - es erweitert es vielmehr. Nach diesem Prinzip ist CC in vielen Ländern eingeführt worden. Der Nutzung sind kaum Grenzen gesetzt: Bestimmte Verlage stellen ihre Bücher unter die Lizenzen, einige Labels ihre Musik. In manchen Bars hängt ein Schild mit dem Hinweis, dass nur CC-Musik gespielt wird. Und um zu zeigen, was möglich ist, verkauft eine Schweizer Gruppe unter CC-Lizenz ihr «FreeBeer» samt Rezept.

INFO: Nützliche CC-Software-Tools

Bilder, Videos oder Musik können mit Hilfe des Gratis-Software-Tools CC-Publisher mit der gewünschten Lizenz und den Metadaten quasi gestempelt werden. Das bietet sich vor allem an, wenn die Werke zum Download oder in Tauschbörsen angeboten werden. Dieser Stempel kann mit dem Tool CC-Lookup wieder aus den Dateien ausgelesen werden.

Seite des deutschen «Creative Commons»-Projektes: http://de.creativecommons.org