Aktuelle Seite: Start
Freitag, 25.05.2012

icon Themenauswahl:

Sicherheit und Service

24.10.2007 08:47 Alter: 5 Jahre
Beitrag vorlesen

Kaufen im Internet

Kategorie: Polizeiberatung

Die Gefahren des Internet-Handels

Polizeiauto

Die Nutzung der Angebote des E-Commerce ist mit einer Reihe spezifischer Risiken verbunden, die aus den (Hard- und Software-) Komponenten sowie aus der Konstellation des Internet selbst erwachsen.

Fragen zum Schutz personenbezogener Daten bei der Abwicklung von Geschäftsvorgängen im Internet (insbesondere beim Zahlungsverkehr) sowie teilweise unklare Rechtslagen stehen dabei im besonderen Interesse vieler Anwender.

Die krummen Touren der Online-Ganoven

    * Betrugsdelikte, vor allem auch im Rahmen des Bezahlvorgangs.

    * Verstöße gegen das Urheber-, Marken- und Wettbewerbsrecht

    * Fälschungsdelikte

    * Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz (etwa durch den Verkauf gefälschter
      Medikamente)

    * Verbreitung von Pornografie sowie sonstiger i. d. Z. hierzulande verbotener
       Dienstleistungen und Waren

    * Hehlerei (etwa Angebote von gestohlenen Gütern oder Raubkopien von Software
      über Online-Auktionen)

    * Verstöße gegen das Datenschutzgesetz

Unternehmen können besonders geschädigt werden durch

    * Computersabotage (Service-Attacken, mit denen Unternehmensrechner zum
      Erliegen gebracht werden oder auch durch Viren, Würmer oder Trojaner)

    * Datenmanipulation

    * Datenspionage sowie

    * Betrug (Vorspiegelung einer Zahlungsabsicht des Kunden).
 

Tipps für Käufer und Anbieter

Ebenso wie beim traditionellen Handel empfiehlt es sich auch beim E-Commerce, Verhaltensregeln zu beachten, die zu mehr Sicherheit für alle Beteiligten beitragen. Wer sie beherzigt, kann die Risiken des Online-Handels minimieren.

Kaufen Sie Anbietern nicht alles ab

Informieren Sie sich auf den Internet-Seiten von Verbraucherschutzverbänden, privaten Vereinen oder speziellen Diskussionsforen und Computerzeitschriften über mögliche Risiken.

Sorgen Sie vor dem Surfen für eine Basissicherheit. Verwenden Sie einen Virenscanner mit Echtzeitschutz ("Virenwächter") und eine Firewall. Produkte sind im Handel erhältlich und lassen sich auf einfachste Weise installieren. Konfigurieren Sie Ihren Browser und Ihr E-Mail-Programm Ihrem persönlichen Sicherheitsbedarf entsprechend.

Beachten Sie die Bedienungsanleitungen von Hard- und Software. Dort finden Sie Hilfestellung bei der Konfiguration für sichere Arbeitsumgebungen. Sind die Hinweise nicht hinreichend verständlich, sprechen Sie die Firmen darauf an. Installieren Sie keine Software auf ihrem Rechner, bei der Zweifel an deren Sicherheit (insbesondere Raubkopien) bestehen oder die Sie aus unsicherer Quelle (z.B. Tauschbörsen) erhalten haben.

Informieren Sie sich als privater Teilnehmer am E-Commerce "so gut es geht" über Ihre Geschäftspartner.

Prüfen Sie insbesondere solche Angebote genau, bei denen Sie in (finanzielle) Vorleistung treten müssen. Nutzen Sie die Möglichkeiten sicherer Zahlungs- und Kommunikationssysteme. Nehmen Sie entsprechende Schulungsangebote zur Internet-Nutzung wahr (auch über Handbücher, Fachzeitschriften, Bankeninformationen u.ä.).

Achten Sie auf die so genannte Anbietertransparenz. Vor einem über das Internet beabsichtigten Kaufvertragsabschluss sollten Sie sich vergewissern, dass Kriterien wie

          o Identität/Anschrift des Anbieters
          o Garantie- und Gewährleistungs-bedingungen
          o Rückgabe- bzw. Widerrufsrecht
          o bestehende Kündigungsfrist
          o Waren- bzw. Dienstleistungsbeschreibung
          o Zeitpunkt über das Zustandekommen des Vertrages
          o Preis der Ware
          o Auszeichnung der Ware in Euro
          o Lieferbedingungen inkl. Versandkosteninformation
          o Zahlungsmodalitäten
          o Vertragsmindestlaufzeiten
          o Gültigkeitsdauer im Falle befristeter Angebote

auf den Seiten des Internet-Shops leicht auffindbar sind. Ansonsten ist Misstrauen angebracht.

Der Zugriff auf die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gültigen allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) muss nicht nur möglich, sondern auch mühelos lesbar, übersichtlich und vor allem einfach abzurufen sein.

Neben den im Netz abrufbaren Informationen sollten Sie spätestens bei Auslieferung der Ware die Geschäftsmodalitäten in Textform als Druckversion bzw. auf Diskette, CD-ROM oder als E-Mail erhalten.

  Achten Sie auf Ihr Rückgaberecht. Bei Käufen innerhalb Deutschlands, kann nach den Vorschriften für Fernabsatzverträge fast jeder Kaufvertrag, den Sie mit einem gewerblichen Händler abgeschlossen haben, innerhalb von zwei Wochen widerrufen oder die Ware zurückgeben werden.

Die Zwei-Wochen-Frist beginnt, nachdem dem Verbraucher die Belehrung über sein Widerrufsrecht zugegangen ist bzw. wenn er die Ware zu Hause erhalten hat. Hat der Verkäufer dem Käufer die Belehrung über sein Widerrufsrecht nicht zukommen lassen, verlängert sich die Frist auf sechs Monate. Das gilt auch für Waren, die auf Internet-Auktionen von Gewerbetreibenden (nicht von privat) ersteigert werden.

 Achten Sie auf die Bezahlmöglichkeiten des Online-Geschäftes. Häufig wird die Zahlung per Vorkasse oder mit Kreditkarte verlangt. Die Umkehrung des Prinzips "Erst die Ware, dann das Geld" sollten Sie nach Möglichkeit (Ihnen aus früheren Geschäften bekannte Handelspartner und bekannte seriöse Versandhäuser ausgenommen) vermeiden und der Zahlung per Rechnung, Überweisung oder Bankeinzug den Vorzug vor Kreditkartenzahlung oder Nachnahme geben. Bei Internet-Auktionen sollten Sie zumindest bei größeren Summen einen Treuhandservice und keinesfalls einen Bargeld-Transferservice nutzen.

Informieren Sie sich über Zusatzkosten. Händler aus Nicht-EU-Ländern müssen nur mitteilen, dass Zusatzkosten wie Steuern oder Zoll anfallen können, aber nicht, wie hoch diese im Einzelfall sind. Lediglich die genauen Versandkosten müssen immer genannt werden.

Stellen Sie fest, ob Datenschutzbestimmungen beachtet werden. Nach dem Teledienste-Datenschutzgesetz muss der Kunde bei Online-Erfassung seiner Daten ausdrücklich seine Einwilligung erklärt haben, wenn diese Daten anderweitig genutzt werden sollen. Nach deutscher Rechtsprechung ist außerhalb bereits etablierter Geschäftsbeziehungen elektronische Werbung per E-Mail, die unaufgefordert zugesandt wird (sog. Spam-Mail), untersagt.

Achten Sie auf technische Sicherheit. Anbieter sollten eine verschlüsselte Datenübertragung ermöglichen. Meist geschieht dies mit dem Verschlüsselungsverfahren "SSL": Bei Absendung des Online-Bestellformulars sollte Ihr Internet-Browser eine Meldung anzeigen, zum Beispiel "Sie haben ein geschütztes Dokument angefordert" oder "Sie sind im Begriff, sich Seiten über eine sichere Verbindung anzeigen zu lassen". Ein "s" hinter dem "http" in der Adressleiste und ein kleines "geschlossenes Vorhängeschloss" im unteren oder oberen Bereich des Browsers weisen auf eine sichere Verbindung hin, die mehr Schutz bietet als Standardübertragungen.
 
Tritt trotz aller Bemühungen ein Schadensfall ein: Zeigen Sie den Sachverhalt bei der Polizei an.

Zum Ersten, zum Zweiten und zum Beachten

    * Wählen Sie ein sicheres Passwort, das aus einer Kombination von mindestens sechs bis acht Zeichen (Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen) oder aus mehreren kurzen Wörtern ohne Leerzeichen besteht. Verwenden Sie nicht Ihren eigenen Namen, den Namen Ihres Partners oder eines Haustieres, Ihren Geburtstag, einen Teil Ihrer E-Mail-Adresse oder sonstige persönliche Informationen, die Dritte einfach herausfinden können. Schlecht gewählte Passwörter eröffnen Betrügern leicht den Zugang zu Ihrem Benutzerkonto.

    * Lesen Sie die Produktbeschreibungen interessanter Artikel wörtlich durch. Sollten dann noch immer Unklarheiten bestehen, haken Sie beim Verkäufer nach! Mit irritierenden Formulierungen wie z.B. "Computer - Original-Verpackung" oder "Handy (Schale)" werden gelegentlich nicht die eigentlichen Produkte wie z. B. Computer, Handys, etc., sondern nur deren Verpackung oder Zubehör verkauft.

    * Informieren Sie sich über den regulären Preis eines Artikels. Die häufig getätigte Äußerung, dass viele bei Online-Auktionshäusern angebotenen Artikel besonders preisgünstig sind, lockt auch Wucherer an. Deshalb sollte man sich stets über den regulären Preis eines Artikels informieren - beispielsweise über Online-Preisvergleichsplattformen - und sich ein klares Limit für eine Auktion setzen. Nicht jede Ware ist ein Schnäppchen, nur weil sie in Online-Auktionshäusern angeboten wird!

    * Behalten Sie mögliche Nebenkosten im Auge. Manches Mal werden Porto- und Verpackungskosten in der Artikelbeschreibung nur beiläufig erwähnt. Nach der Auktion kommt dann unter Umständen das böse Erwachen. Prüfen Sie deshalb vor einem Kauf genau, welche Kosten für Versand und Verpackung der Verkäufer fordert und fragen Sie bei Unklarheiten beim Verkäufer nach.

    * Gehen Sie die Bewertungen, sowie die Handelshistorie von Käufern und Verkäufern aufmerksam durch und prüfen Sie diese mit Ihrem gesunden Menschenverstand. Die Bewertungen der bisherigen Handelspartner geben einen guten Eindruck von einem Verkäufer und seinen bisherigen Handelsaktivitäten und sollten daher sorgfältig geprüft werden. Hat ein Verkäufer noch keine ausreichende Bewertungsbasis, auffällig viele negative Bewertungen oder verkauft er Artikel zu hohen Preisen, nachdem er zuvor nur im preislich niedrigen Segment tätig war, sollten Käufer bei der Transaktionsabwicklung besondere Vorsicht walten lassen.

    * Wickeln Sie Auktionen in jedem Fall bis zum Zuschlag über das Online-Auktionshaus ab! Sollten Sie auf das Angebot eines Verkäufers eingehen, und einen Artikel außerhalb der Handelsplattform erwerben, dann verlieren Sie dadurch den Schutz des Internet-Auktionshauses und gehen ein unnötiges Risiko ein! Nutzen Sie beim Erwerb teurer Artikel einen Treuhandservice: Dieser garantiert, dass erst dann das Geld an den Verkäufer überwiesen wird, wenn die Ware auch tatsächlich angekommen und einwandfrei ist. So kann man sich vor Fällen schützen, in denen vermeintlich wertvolle Gegenstände an den Höchstbietenden versteigert werden, der jedoch trotz erfolgter Bezahlung keine Ware erhält.

Es ist wie in der richtigen (Offline-) Welt: 100%ige Sicherheit gibt es nicht. Auch auf einem Flohmarkt können Sie Betrügern zum Opfer fallen. Gesunder Menschenverstand und ein normales Maß an Vorsicht reichen jedoch in der Regel aus, um ohne Sorge online "feilschen" zu können!

Zum Ersten, zum Zweiten - und zum Freuen!