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26.02.2008 08:56 Alter: 12 yrs

«Schick, schön und natürlich» - Bio-Kosmetik im Trend

Kategorie: Für die Frau, Für den Mann

Nicht nur Bio liegt im Trend - auch die «natürliche Schönheit» ist mehr denn je gefragt. «Der Run auf natürliche Kosmetik ist so groß wie nie», sagt Ute Leube, Geschäftsleiterin des Naturkosmetik-Unternehmens Primavera.

Nürnberg (dpa) - Branchenschätzungen zufolge hat sich der deutsche Naturkosmetik-Markt seit 2003 auf jetzt 650 Millionen Euro fast verdoppelt. Deutsche Hersteller zählen zu den Weltmarktführern.

Wurden Frauen, die sich mit biologischen Kosmetikprodukten pflegten, früher eher einmal belächelt, so gelten sie heute als Trendsetterinnen. «Es muss schick sein, es muss schön und natürlich sein», meint Leube. Die florierende Branche spiegelt sich auf der Fachmesse Vivaness (21. bis 24. Februar) wider, die parallel zur Weltleitmesse für Bio-Produkte BioFach in Nürnberg stattfindet.

Knapp 200 Aussteller aus 23 Nationen zeigen dort neue Produkte und Trends. Traditionsreiche deutsche Firmen wie Weleda, Börlind oder Dr. Hauschka gelten als Pioniere auf dem Gebiet der Naturkosmetik. Sie setzen bei ihren Gesichts- und Körperpflegeprodukten, aber auch bei der dekorativen Kosmetik, auf Bio-Anbau, naturreine Inhaltsstoffe und gesellschaftliche Verantwortung.

Die Aufwertung von Bio-Produkten und damit auch von Naturkosmetik erklärt Nicole Hanisch vom Kölner Marktforschungsinstitut Rheingold mit einem Wandel im Bewusstsein der Menschen. «Wir erleben eine Rückbesinnung auf die großen Werte wie das Leben und die Liebe. Das macht Bio-Angebote generell attraktiv.» Naturkosmetik stehe für natürliche Schönheit und Reinheit. «Man will der Natur der Haut freien Lauf lassen», fährt Hanisch fort. «Bio ist heute nicht mehr Askese, sondern sinnlicher Genuss.» Aber auch die steigende Zahl von Hautunverträglichkeiten und Allergien spielt der Branche in die Hände.

Noch allerdings beträgt der Anteil der Naturkosmetik am gesamten deutschen Kosmetikmarkt erst etwa sechs Prozent. Das britische Marktforschungsunternehmen Organic Monitor hält einen Anstieg auf zehn Prozent bis zum Jahr 2010 für möglich. Das weltweite Umsatzvolumen schätzt Organic Monitor auf etwa fünf Milliarden Euro. In Europa liegt es bei rund 1,1 Milliarden Euro.

Dynamische Exportmärkte entstehen derzeit vor allem in Asien. In Korea, Malaysia, Hongkong und Taiwan sei die Nachfrage groß, heißt es in Branchenkreisen. Auch nach China strecken die Hersteller bereits ihre Fühler aus. Derzeit gibt es allerdings noch keine einheitlichen internationalen Standards für die Zertifizierung von Bio-Kosmetik.

Prüfsiegel, wie zum Beispiel vom Bund deutscher Industrie- und Handelsunternehmen (BDIH), sollen dem Verbraucher eine gewisse Sicherheit beim Kauf von Naturkosmetika geben. «Unsere Richtlinien berücksichtigen die Gewinnung, die Verarbeitung und die Verträglichkeit der Produkte. Dabei spielen der kontrollierte biologische Anbau der Rohstoffe, aber auch der Tier- und Artenschutz und der bewusste Verzicht auf verschiedene künstliche Inhaltsstoffe eine große Rolle», erklärt Verbands-Justiziarin Sibylle Abraham.