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29.02.2008 07:44 Alter: 12 yrs

Dem Garten droht ein "Jahrhundert-Schneckenjahr"

Kategorie: Außenbereich

Sehr zum Leidwesen der Gartenfreunde meint es die Natur seit geraumer Zeit mit Nacktschnecken besonders gut. Zuerst ein milder Winter 2006/2007,

(djd/pt).  dann ein warmer April, an den sich mehrere niederschlagsreiche Monate anschlossen. Ideale Bedingungen für Nacktschnecken, die sich im vergangenen Jahr explosionsartig vermehrten und in vielen Gärten zur großen Plage wurden.

Sommer 2008 wird noch schlimmer

Jetzt schlagen Experten erneut Alarm. Durch die vermehrte Eiablage ab September und den neuerlich milden Winter 2007/2008, der den überwinternden Schnecken und Eigelegen nicht geschadet hat, rechnen sie jetzt sogar mit einem "Jahrhundert-Schneckenjahr". Der zu erwartenden Schneckenplage könnten nur noch eine verspätete Kahlfrostperiode oder extreme Trockenheit im Frühjahr Einhalt gebieten. Hobbygärtner sollten deshalb auf der Hut sein und der zu erwartenden Schneckeninvasion rechtzeitig vorbeugen, raten die Fachleute. Dazu gehört vor allem das möglichst tiefe Lockern des Bodens im zeitigen Frühjahr, denn dabei werden versteckte Eigelege zerstört oder an die Oberfläche befördert, wo sie vertrocknen oder von Vögeln gefressen werden.

Wirksamer Schutz

Um bereits die erste Schneckengeneration zu bekämpfen und somit an der Eiablage zu hindern, gilt das frühzeitige Ausstreuen von Schneckenkorn als wirksamer Schutz. Schneckenkörner oder -linsen mit dem Wirkstoff Metaldehyd (beispielsweise von Celaflor, Compo, Spiess-Urania und Etisso) wirken schnell und sicher - selbst gegen die Spanische Wegschnecke. Sie sind regenbeständig und schützen Kulturen so auch bei Regen und kalter Witterung bis zu zehn Tage vor Schneckenfraß. Circa 40 Körner pro Quadratmeter reichen bereits, um der gefräßigen Plage Einhalt zu gebieten.

Für Igel, Vögel und Laufkäfer, die natürlichen Feinde von Schnecken, geht von metaldehydhaltigem Schneckenkorn keine Gefahr aus. Dies haben wissenschaftliche Studien bestätigt. Nicht aufgenommene Körner werden von Bodenbakterien biologisch rückstandslos abgebaut, so dass auch der Boden nicht belastet wird.