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Ratgeber

15.01.2012 17:56 Alter: 131 Tage
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Der Reiz der Wohngemeinschaft

Kategorie: Bildung + Wissen, Europa, Initiativen, Ratgeber, Schlagzeilen
Von: Herbstzeit Team

Weder allein noch im Heim: Senioren-WGs werden immer beliebter

In einer WG bewahren die älteren Bewohner ihre Selbstständigkeit und haben trotzdem immer einen Ansprechpartner.

In einer WG bewahren die älteren Bewohner ihre Selbstständigkeit und haben trotzdem immer einen Ansprechpartner.

Der Reiz der Wohngemeinschaft
Weder allein noch im Heim: Senioren-WGs werden immer beliebter


(djd/pt). Im Ruhestand noch einmal leben wie ein Student? Das Prinzip einer Senioren-WG ähnelt tatsächlich dem einer Wohngemeinschaft angehender Akademiker. Und für viele ältere Menschen wird diese Art des Wohnens immer beliebter. Denn wer im Alter nicht allein oder im Heim leben will, für den ist dies das optimale Konzept. Allerdings wünschen sich die WG-Senioren mehr Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten als junge Leute. Entsprechend großzügig sollten die Räumlichkeiten bemessen sein.

Pflege in der WG

Die Menschen, die in einer Senioren-WG leben, sollten in ihren Interessen, Ansichten und Gewohnheiten nicht allzu unterschiedlich sein. "Falls das Gefüge insgesamt aber harmoniert, ist eine WG das beste Mittel gegen die Einsamkeit im Alter", betont Heike Bohnes, unabhängige Sachverständige für Pflege aus Aachen. Verdrängt werden dürfe allerdings nicht das Risiko, dass der eine oder andere Mitbewohner irgendwann pflegebedürftig werde. Deshalb sollte man rechtzeitig klären, in welchem Umfang sich die Mitbewohner im Pflegefall gegenseitig unterstützen wollen. "Aber auch die Hilfe und Betreuung von außen lässt sich oftmals in einer solchen WG leichter organisieren, als wenn der Pflegebedürftige allein lebt", sagt Heike Bohnes.

Rechtzeitig für den Ernstfall vorsorgen

Die Pflegeexpertin weist darauf hin, dass sich eine WG die Kosten für einen Pflegedienst auch teilen könne, der dann bei Bedarf ins Haus käme. Die Kosten für eine qualitativ hochwertige Pflege können im Regelfall allerdings nicht allein aus den Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung gedeckt werden. Doch für den Ernstfall lässt sich vorsorgen: "Bei einer Pflegetagegeldversicherung bekommt der Versicherte im Pflegefall einen bestimmten Betrag im Monat zur Verfügung gestellt, mit dem er die Versorgung nach Belieben sicherstellen kann - ganz unabhängig von der konkreten Wohnsituation", rät Dieter Sprott, Experte für Pflegezusatztarife bei den Ergo Direkt Versicherungen. "Und je jünger und je gesünder man beim Abschluss einer Pflegezusatzversicherung ist, desto niedriger sind die Beiträge."

Ratgeber "Leben und Wohnen im Alter"

Von der Stiftung Warentest gibt es den informativen Ratgeber "Leben und Wohnen im Alter". Die zweite, komplett überarbeitete Auflage ist im August 2011 erschienen (ISBN: 978-3-86851-036-2, 19,90 Euro, Bestellmöglichkeit: www.test.de). Das Buch bietet alle Entscheidungshilfen, um die eigene Wohnsituation den Bedürfnissen des höheren Alters optimal anzupassen. Viele praktische Tipps gibt es auch für diejenigen, die sich neu orientieren und etwa in eine Senioren-WG umziehen möchten. Der Ratgeber entstand mit Unterstützung des Kuratoriums Deutsche Altershilfe.