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Gesundheit und Wellness

01.09.2008 11:48 Alter: 4 Jahre
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Punktgenaue Therapie

Kategorie: Für die Frau, Körper und Geist

Lokalen Hormonmangel nach den Wechseljahren am besten direkt ausgleichen. Es ist eine ganze Palette von Beschwerden, die Frauen nach den Wechseljahren in ihrer Lebensqualität stark einschränken können:

Beschwerden in der Postmenopause, die Frauen in ihrer Lebensqualität einschränken, sind kein Schicksal.

(djd/pt).  Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, wiederkehrende Harnwegsinfekte und beginnende Inkontinenz, aber auch Überempfindlichkeit, Reizzustände und Entzündungen im gesamten Intimbereich. Ursache dieser unterschiedlichen Symptome ist meist ein Hormonmangel, der sich vor allem im Intimbereich auswirkt. Im Laufe der Wechseljahre produzieren die Eierstöcke immer weniger des Hormons Östrogen, folglich sinkt der Östrogenspiegel immer weiter ab. Schlanke Frauen sind hier übrigens im Nachteil: Bei ihnen vollzieht sich die Reduktion wesentlich rascher als bei molligen. Denn im Fettgewebe wird bei diesen auch weiterhin etwas Östrogen gebildet.

Atrophie im Intimbereich

Im gesamten Urogenitaltrakt - Scheide, Harnwege, Blase und umliegendem Gewebe - verfügt die Schleimhaut über Östrogenrezeptoren. Fehlt das Hormon nach den Wechseljahren, bildet sich die Schleimhaut zurück (Atrophie), wird dünn, unelastisch und empfindlich. Jegliche Reibung kann zu Brennen und Schmerzen führen. Die natürlich vorkommenden Milchsäurebakterien, die vor Infektionen schützen, werden spärlicher produziert. Dadurch können sich auch Keime leichter ausbreiten.

Östriol-Therapie baut Schleimhautzellen auf

Ziel der Therapie sollte es deshalb vor allem sein, den Östrogenmangel im Genitalbereich auszugleichen. Das körpereigene Östrogen Östriol, beispielsweise äußerlich als Creme aufgetragen, oder als Vaginalzäpfchen in der Scheide angewendet, baut die Schleimhaut wieder auf. Die verstärkte Bildung von Milchsäurebakterien unterstützt ein saures Milieu und verhindert somit die Vermehrung von Bakterien und Pilzen. Der Vaginalbereich wird besser durchblutet und der Kollagengehalt, der für die Festigkeit des Bindegewebes mitverantwortlich ist, erhöht. Privatdozent Dr. Andreas Clad aus Freiburg betonte auf einem Kongress für Frauenärzte, dass man die Östriol-Therapie allerdings mehrere Monate konsequent durchführen sollte. Erst dann sei die Schleimhaut wieder ausgereift. Der Vorteil der lokalen Behandlung mit Östriol liegt darin, dass die Hormongabe den Gesamtorganismus nicht belastet.

Daten/Fakten

Östriol statt Antibiotika?

Vor allem bei Blasenentzündungen bieten sich Antibiotika oft als rasch wirkende Therapie an. Wird jedoch eine durch Östrogenmangel bedingte Scheidentrockenheit festgestellt, sind diese Arzneimittel nur nach besonderer Abwägung einzusetzen. Eine lokale Östriol-Therapie kann dagegen auf Dauer mehr Erfolg bringen, weil sie die Ursache der Infektionen behandelt. Je nach Erregerbefund und Ausprägung der Infektion entscheidet der Arzt, welche Medikation sinnvoll ist und ob anstelle eines Antibiotikums äußerlich angewandte Hormone Besserung versprechen.