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Traditionelle Altenwohnungen
Kategorie: WohnformenGemeinschaftliches Wohnen und Betreutes Wohnen zählen zu den so genannten "neuen Wohnformen"..
die erst in der Mitte der 80er Jahre entstanden sind. In den 60er und 70er Jahren gab es als Alternative zum Normalen Wohnen neben dem Heim lediglich die so genannte "Altenwohnung", die zumeist als öffentlich geförderte Wohnung speziell für die Zielgruppe der Über-60-Jährigen angeboten wurde. Diese Wohnungen wurden in so großer Zahl gebaut, dass sie heute noch in statistisch relevan-tem Ausmaß auf dem Markt sind, obwohl sie als Wohnform im Alter gar nicht mehr diskutiert werden.
Mit dem Bau spezieller Altenwohnungen verfolgte man damals das Ziel, älteren Menschen einen angenehmen Lebensabend zu verschaffen, der sie so weit wie möglich von Hausarbeit entlastete. Die Wohnungen sollten deshalb klein und pflegeleicht sein und über eine hohen technischen Komfort verfügen. Zentralheizung und Badezimmer waren in den 60er und 70er Jahren noch keine Selbstverständlichkeit. Viele ältere Menschen zogen deshalb in eine Altenwohnung, um in den Genuss dieses technischen Komforts zu kommen.
Da die Zielgruppe für diese Wohnform "junge Alte" waren, denen zwar viele Alltagshandlungen schon beschwerlich wurden, die aber noch mobil genug waren, ihr tägliches Leben weitgehend selbständig bewältigen zu können, war eine barrierefreie Gestaltung der Wohnungen und Gebäude nicht vorgesehen. Bei starker Gehbehinderung oder möglicher Rollstuhlbenutzung sollte selbstverständlich ein Wechsel in ein Heim erfolgen.
Heute verfügen fast alle normalen Wohnungen über Zentralheizung und Badezimmer, und es gibt in dieser Hinsicht keinen Grund mehr, in eine Altenwohnung umzuziehen. Stattdessen werden andere Anforderungen an eine altengerechte Wohnung gestellt. Sie soll von Zuschnitt und Ausstattung her geeignet sein, auch bei Gehbehinderung und Pflegebedürftigkeit eine weitgehend selbständige Lebensführung zu ermöglichen. Dies erfordert größere Wohnungen und andere technische Ausstattungen als sie in den vorhandenen Altenwohnungen anzutreffen sind. Hinzu kommt, dass von einer Altenwohnanlage heute auch erwartet wird, dass neben einer barrierefreien Wohnung auch zusätzliche Dienstleistungen angeboten werden.
Dort, wo eine technische Nachrüstung möglich ist, werden die traditionellen Altenwohnungen deshalb immer häufiger zu Betreuten Wohnanlagen umfunktioniert. In anderen Fällen werden die Wohnungen bei langsam sinkender Nachfrage aus dem Kreis der älteren Menschen auch an jüngere Singles (z.B. Studenten) vermietet. Langfristig werden die traditionellen Altenwohnungen aufgrund einer veränderten Angebotspalette wahrscheinlich ganz vom Markt verschwinden.
gefunden bei: www.schader-stiftung.de

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