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Garten + Bauen + Wohnen

18.02.2008 14:42 Alter: 4 Jahre
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Natürlich oder künstlich: Neues Weiß für die Wand

Kategorie: Gesundes Wohnen, Wohnraumgestaltung

Alle Jahre wieder steht in vielen Wohnungen und Häusern das Streichen von Wänden und Decken an. Dann ist eine Grundsatzentscheidung gefragt:

Naturfarben oder lieber synthetische Farben? Das ist eine individuelle Entscheidung. (Bild: dpa/tmn)

Köln (dpa/tmn) - Sollen synthetische Farben verwendet werden oder solche, die überwiegend aus natürlichen Rohstoffen bestehen?

Letztere gelten als geringe Belastung für Gesundheit und Umwelt. «Doch nicht alles Natürliche ist für jedes Individuum geeignet», warnt Andreas Stache vom Berufsverband Deutscher Baubiologen in Köln. Und nicht jede Naturfarbe passt zu jedem Raum und jeder Beanspruchung.

Zu den Natur-Wandfarben zählen neben Naturharz-Dispersionsfarben auch Silikat-, Kalk-, Kasein- und Leimfarben. Gemeinsam ist allen, dass sie im Vergleich zu synthetischer Dispersionsfarbe gut dampfdurchlässig sind. «Dieser Vorteil kann natürlich nur dann genutzt werden, wenn der Untergrund ebenfalls atmungsaktiv ist, also zum Beispiel aus Kalkputz besteht», erklärt Harald Kastenhuber vom Verband der Naturfarbenhersteller im bayerischen Rott. «Auf Beton oder gipshaltigem Putz hingegen machen Naturfarben zumindest mit Blick auf das Raumklima nicht wirklich Sinn.»

Besonders viel Dampf entsteht in Küche und Bad, oft auch in Kinderzimmern, wo nachts Tür und Fenster geschlossen sind. «Die Naturfarbe und der entsprechende Untergrund nehmen die Feuchtigkeit auf. Sie muss jedoch durch Lüften unbedingt wieder abgeführt werden», erklärt Sven Dethlefsen, auf Naturfarben spezialisierter Malermeister aus Hamburg. Geschieht dies nicht, kann sich schnell Schimmel bilden. Besonders anfällig für Schimmel ist Kaseinfarbe. Sie sollte deshalb nicht in Feuchträumen eingesetzt werden.

Die Raumnutzung kann den Einsatz von Naturfarben einschränken. «Naturfarben haben ihre Grenzen, was Abriebfestigkeit und Pflegeleichtigkeit angeht. Für stark beanspruchte Bereiche, zum Beispiel den Sockel eines Zimmers von Kleinkindern, sind sie nicht geeignet», warnt der Malermeister.

Und wer bereits unter Allergien leidet, sollte sich vor dem Streichen mit Naturfarben genau informieren. «Einige der verwendeten Rohstoffe sind natürliche Allergene», sagt Baubiologe Stache. So kommen als Lösemittel beispielsweise Citrusschalenöl oder Terpene zum Einsatz. Auch wenn diese aus der Natur stammen - bei sensibel reagierenden Personen können sie zu Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen und allergischen Reaktionen führen.

Im Klartext heißt das: Die Bewohner müssen wissen, worauf sie sensibel oder allergisch reagieren. Dann können sie anhand der detaillierten Liste aller Inhaltsstoffe überprüfen, ob entsprechende Substanzen im Produkt enthalten sind. «Diese so genannte Volldeklaration ist das wichtigste Qualitätskennzeichen», sagt Verbandsvorstand Kastenhuber.

Naturfarben sollten keine Konservierungsstoffe enthalten. «Das hat allerdings zur Folge, dass eine angebrochene Dose schnell zu schimmeln anfängt», erläutert Malermeister Dethlefsen. «Am besten hält sie sich an einem kühlen, dunklen Platz im Keller.»