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Freizeit und Hobby

16.06.2010 13:46 Alter: 2 Jahre
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Ist Brasilien seiner Favoritenrolle gerecht geworden?

Kategorie: Afrika, Freizeit + Hobby, Schlagzeilen, WM 2010
Von: Herbstzeit Team

Carlos Dunga, in seiner Heimat ungeliebter Nationaltrainer Brasiliens wird es weiterhin schwer haben in seiner Heimat. Sie nennen ihn den Deutschen, nicht weil er mal in Stuttgart gekickt hat, sondern weil er nach Meinung der Meinungsmacher und vieler ihrer Leser und Zuhörer das Spiel verrät.

Brasiliens Spiel, so finden sie, soll schön sein, trickreich, offensiv. Ohne großen Glanz bezwang die Selecao von Trainer Dunga den krassen Außenseiter mit 2:1 (0:0) und baute damit ihre stolze Serie in Auftaktspielen auf acht Siege in Folge aus.
Der Arbeitssieg mit 2:1 war recht mühsam für die Brasilianer. Wie Oliver Kahn meinte, sollte mal jemand erwähnen, das Fusball ein Laufspiel ist. Luis Fabiano, einzige echte brasilianische Spitze und 2009 noch Torschützenkönig beim Confed-Cup, war lange gar nicht zu sehen. Er hatte zuvor noch getönt: "Brasilien ist ein Düsenjet im Landeanflug, der alle überraschen wird."
Doch auch in der zweiten Spielhälfte tat sich Brasilien schwer. Fabiano war viel zu selten anspielbereit, der Spielaufbau dauerte unendlich lange. Maicon machte es dann endlich , aus fast unmöglichem Winkel knallte er einfach mal drauf - und erwischte den unglücklichen Ri Myong-Guk auf dem falschen Fuß: Zwischen dem Keeper und dem Pfosten flog vorbei ins Netz.
Elano,der Mittelfeldspieler von Galatasaray Istanbul machte aus acht Metern mit einem Flachschuss das halbwegs standesgemäße 2:0. Die immer müderen Nordkoreaner hatten Brasilien nun fast nichts mehr entgegenzusetzen - gaben aber dennoch nie auf und wurden noch mit dem Abschlusstreffer belohnt.

Jenseits des Rasens war der kleine nordkoreanische Fanblock die große Attraktion.
Etwa 50 Personen im roten Einheitslook, allesamt Männer mittleren Alters, hatten sich auf der Haupttribüne versammelt und unterstützten die Chollimas nach strenger Vorgabe eines finster dreinblickenden Animateurs. Alle hatten Holzplatten mit Griffen dabei, die beim Zusammenschlagen einen Riesenlärm verursachten. Wer den Anweisungen des Animateurs nicht folgte, wurde mit strengsten Blicken bedacht und aufgefordert, an der Choreographie teilzunehmen. Wie außergewöhnlich Nordkoreas erster WM-Auftritt seit 44 Jahren selbst für die Spieler war, wurde beim Abspielen der Hymne deutlich. Jong Tae-Se weinte hemmungslos.
Es wird gemunkelt, das es gar keine Nordkoreaner waren sondern "gekaufte" Chinesen.