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Bildung + Wissen

15.10.2009 13:46 Alter: 3 Jahre
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Chiemgau-Impakt

Kategorie: Bayern, Bildung + Wissen, Europa, Neue Horizonte, Schlagzeilen
Von: Herbstzeit Team

– ein bayerisches Meteoritenkraterfeld Eröffnung Sonderausstellung in Grabenstätt

Chiemgau-Impakt

- Seit fünf Jahren wird am sog. Chiemgau Impakt, dem gewaltigen Meteoriteneinschlag, der vor etwa 3000 Jahren die Region zwischen Altötting und den Alpen getroffen hat, intensiv geforscht. Eine Ausstellung im Rathaus Grabenstätt fasst nun die Ergebnisse zusammen.
Zahlreiche spektakuläre Ausstellungsobjekte, wie sie in keinem deutschen Naturkundemuseum zu sehen sind, führen dem Besucher die dramatischen Auswirkungen des Ereignisses vor Augen. Ungeheure Kräfte, extreme Temperaturen und heftige chemische Reaktionen werden unmittelbar begreifbar, und die Folgen für Mensch und Tier anschaulich. Objekte, Texte und Grafiken umfassen eine Spannweite von Geologie über Geophysik, Mineralogie, Astronomie und Archäologie bis hin zu kulturellen Auswirkungen, und geben so einen Einblick in sämtliche Aspekte des „Chiemgau Impakts“.

Am Samstag, 17. Oktober 2009, um 15 Uhr werden Bürgermeister Georg Schützinger und 1. Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser, sowie MdL Klaus Steiner im Beisein der Forschergruppe „Chiemgau Impact Research Team (CIRT)“ die Ausstellung eröffnen. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Am Sonntag, 18. Oktober 2009 ist die Ausstellung anlässlich der 1050-Jahrfeier von Grabenstätt ganztägig geöffnet. Die Ausstellung wird in Zukunft auch während der normalen Öffnungszeiten der Grabenstätter Touristinfo und stundenweise an Wochenenden geöffnet sein, nähere Info über www.verein.chiemgau-impakt.de.

Seit dem Jahr 2000 stieß eine Gruppe von Heimatforschern im Raum zwischen Altötting und Traunstein nahe dem Chiemsee (Südost-Bayern) immer wieder auf eigenartige metallische Stücke im Untergrund, die sich als die extrem seltenen bzw. auf der Erde in natürlicher Form nicht vorkommenden Eisensilizid-Minerale Fe3Si (Gupeiit) und Fe5Si3, (Xifengit) erwiesen. Die Gruppe um Werner Mayer (Bergen), die einen offiziellen Auftrag und eine entsprechende Genehmigung zur Suche nach archäologisch bedeutenden Objekten in der Region besaß, stellte fest, dass das ungewöhnliche Material regelmäßig in der Nähe von auffälligen Kraterstrukturen und an Stellen gefunden wurde, für die ein menschlicher Eintrag kaum vorstellbar war. Die Krater hatten meist einen ausgeprägten Ringwall; einige waren aber - deutlich sichtbar - durch Pflügen bereits eingeebnet worden.

Die Verbreitung der eigenartigen Funde und flächig korrespondierende Auffälligkeiten eines Bienenhonig-Monitoring (durch Dr. B. Raeymaekers (2005)) erregte bei Wissenschaftlern der Universitäten München und Tübingen Interesse und veranlasste die Gruppe Mayer in der Folgezeit zu einem außergewöhnlichen Programm der systematischen Erforschung der Geländebefunde, in deren Verlauf die Idee des Einschlages eines extraterrestrischen Körpers in historischer Zeit immer mehr Gestalt annahm. Nach gewissen Konflikten mit Wissenschaftlern der genannten Universitäten entschloss sich die Gruppe der Heimatforscher dazu, Dr. Michael Rappenglück, Astronom und Archäoastronom, Institut für Interdisziplinäre Forschung Gilching, Prof. Dr. Kord Ernstson, Geologe, Geophysiker und Impaktforscher von der Universität Würzburg, sowie Privatdozent Dr. Uli Schüßler, Mineraloge und Petrologe, ebenfalls von der Universität Würzburg, um wissenschaftliche Unterstützung bei der weiteren Untersuchung des Phänomens zu bitten. Es kam zu einem Zusammenschluss der Entdecker um Werner Mayer mit den genannten Wissenschaftlern zum Chiemgau Impact Research Team (CIRT), zu dem Barbara Rappenglück, M.A., als Historikerin, hinzukam, nachdem auch die geschichtliche Bedeutung des Phänomens immer offensichtlicher wurde.

Weiterhin an dem Phänomen arbeiteten und arbeiten Wissenschaftler der Universitäten Tübingen, München, Antwerpen, Freiburg und Augsburg.

Im Oktober 2004 veröffentlichte die amerikanische Zeitschrift ASTRONOMY online einen Artikel über den “Chiemgau-Kometen”; gleichzeitig wurde ein ausführlicher wissenschaftlicher Artikel des CIRT über alle bis dahin bekannten Aspekte der Entdeckung im Internet publiziert. Beide Artikel wurden über das wissenschaftliche Internetforum CCNet (Cambridge Conference, Dr. Benny Peiser) innerhalb kürzester Zeit als “Big Bang of Bavaria” (DER SPIEGEL in einem Artikel über die Entdeckung) weltweit verbreitet, und ein enormes Medieninteresse setzte ein.

Der heutige Stand der Entdeckung mit all den inzwischen erbrachten neuen Befunden und gewonnenen Erkenntnissen wird auf der Internetseite www.chiemgau-impakt.de (Version in englischer Sprache www.chiemgau-impact.com) vorgestellt, wobei aber auch die wissenschaftliche Diskussion und Konflikte nicht ausgespart bleiben.

Das Medieninteresse mit Berichten in Presse und Rundfunk sowie mit Filmen im Fernsehen hat die Erforschung des Phänomens einer breiten Bevölkerung nahegebracht, hat Institute, Institutionen, Unternehmen, Gebietskörperschaften, Politiker und viele interessierte Privatpersonen aufmerksam gemacht und zu vielfältiger Unterstützung angeregt. Mit diesem großen Interesse und der zunehmenden Unterstützung reifte die Idee, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, was am 3.Oktober 2006 in die Tat umgesetzt wurde.