Donnerstag, 24.05.2012

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Unterhaltung

16.05.2008 14:36 Alter: 4 Jahre
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Reinhard Witzgall

Kategorie: Buckenreuther Literaten
Von: Herbstzeit-Team

Geboren: derham in Gösmes

Blumiger Dank für die "Chefin" von Reinhard Witzgall

Eltern: Heinz und Helga, Geschwister: viera, Schule: Groffenkaa und Helmetz, Familienstand: verheiratet 2 Kinder, Beruf: Steuereintreiber alternativ (Finanzbeamter) (Ich weiß gar nicht, was alle gegen die machen doch gar nix)

Literarische Motivation:
einfach  ein bisschen Spaß und Freude am Schreiben und der nette Kreis in Buckenreuth

 

Klimawandel, so ein Schmarrn!                   

Wir schreiben das Jahr 2007:
Kardinal Friedrich Wetter erklärt auf Druck der Umweltverbände  seinen Rücktritt!
Grund: Ihm und der gesamten katholischen Kirche wird vorgeworfen entscheidend zum Klimawandel beigetragen zu haben. Das ständige Entzünden  von Grablichtern am Friedhof und der Kerzen während der Gottesdienste habe entscheidend zum Anstieg der C0 2 Werte beigetragen, genauso wie das Entzünden des Weihrauchs ein weiterer Klimakiller ist. Dies war das Ergebnis der Weltklimakonferenz in Paris.
Die Automobilindustrie klatscht vehement Beifall, denn nun werden endlich die echten Schuldigen der Erderwärmung an den Pranger gestellt. Pischetsrieder und Pieäch kommentieren den Rücktritt in seltener Einmütigkeit und fordern, dass die im wahrsten Sinne des Wortes völlig aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen gegen die Autobranche aufhören müssten, denn es sei in Langzeitstudien, die von Audi und Mercedes in Auftrag gegeben wurden,  erwiesen worden, dass Autofahren völlig gesund und  immisionsneutral ist.
Nun sei es an der Zeit, so die Autobosse, die echten Umweltverschmutzer zu benennen, wie z.B. die Pfadfinder, oder die Camper, die durch das Entzünden von Lagerfeuern enorme Umweltschäden provozierten.

Wir schreiben das Jahr 2008:
Wieder fällt der Winter aus. Es ist einfach zu mild. Es  toben Stürme und Orkane über Europa und vernichten erneut enorme Waldbestände, die im Sommer bereits vom Borkenkäfer schwer geschädigt waren.
Die bayerische Staatsregierung stellt jedoch die  Weichen in die richtige Richtung: Die Bischofsgrüner Skihalle wird genehmigt und für den Frankenwald werden 35 Skikanonen bewilligt, um den Bretterlfans nicht die Stimmung zu verderben. Zwar entstehen  enorme Strom-, Heiz- und Wasserkosten, aber Skifahren in Bayern muss jedem ermöglicht werden, so Wirtschaftsminister Huber. Dies sei ein unverrückbares Grundrecht und müsse, falls erforderlich  eben in die Verfassung aufgenommen werden.

Wir schreiben das Jahr 2009:
Umweltminsiter Schnappauf regt sich maßlos auf. Teile der völlig fehlinformierten Bevölkerung behaupten, um den Wald stehe es schlecht. Angeblich ist das Waldsterben  nicht mehr aufzuhalten. Schnappauf beruhigt die bayerischen Bürger. Die bayerische Stastsregierung hat alles im Griff! Der bayerische Wald ist selbstverständlich völlig gesund! Von einem Waldsterben könne keine Rede sein. Es handele sich eher um ein Gesundschrumpfen des sowieso viel zu hohen Baumbestandes. Der Wald, so der Umweltminister,  war doch in einem desolaten Zustand: Viel zu viel Bäume! Nun endlich bildeten sich Lichtungen, die die Wälder  in einem wesentlich helleren und freundlicheren Bild erscheinen lasssen.

Wir schreiben das Jahr 2012:
Der Fichtenbestand ist durch Unwetter und Temperaturanstieg enorm zurück gegangen.
Im Frankenwald werden nur noch 2500 Fichten gezählt. Aber kein Grund zur Panik. Die Regierung plant Wiederaufforstungen zu bezuschussen. Aber nicht mehr die Fichte wird gepflanzt, sondern die wesentlich robustere und temperaturresistente Kokospalme soll nun den Wald bereichern, so Miller, der verantwortliche Minister für Landwirtschaft und Forsten. Dies habe den erfreulichen Nebeneffekt, dass durch die Kokosnüsse die Milchausfälle kompensiert werden können, da mittlerweile Kühe in unserer Gegend nicht mehr gehalten werden können, da sie auf den versteppten Wiesen nicht mehr ausreichen Nahrung finden.

Wir schreiben das Jahr 2013:
Die Pole schmelzen immer weiter ab. Flugreisen an den Nordpol sind begehrt wie nie, da Eltern ihren Kindern noch einmal, bevor alles vorbei ist, das angeblich ewige Eis zeigen wollen. Positiver Begleiteffekt für Fußballdeutschland: Holland verschwindet durch das Abschmelzen der Polkappen endgültig von der Landkarte. Der ewige sportliche Widersacher hat aufgehört zu existieren. Die holländischen Fußballer beantragen Asyl und werden in die deutsche Fußballbundesliga aufgenommen.

Wir schreiben das Jahr 2015:
Der Tourisverband Frankenwald fordert Maßnahmen: Der Name „ Frankenwald“  ist nicht mehr zeitgemäß. Mit der völlig missverständlichen Bezeichnung Frankenwald würden bei den  Urlaubern  völlig falsche Erwartungen geweckt. Nach langen, eingehenden  Verhandlungen einigte man sich auf den  wirklich gelungenen und zutreffenden Namen „Frankenlichtung“, denn Bäume sind nunmehr  Mangelware.

Wir schreiben das Jahr 2016:
Die Regierung von Oberfranken beschließt gegen die ewig Gestrigen vorzugehen. Eine wirlich überfällige Entscheidung! Sollte noch einmal vom ehemaligen Frankenwaldverein, nunmehr umbenannt in Frankenlichtungsverein, bei den Heimatabenden dieses Hetzlied „Tief im Frankenwald gesungen werden“  müsse mit drakonischen Strafen, bzw. mit Verbot des Vereins gerechnet werden.

Wir schreiben das Jahr 2017:
Familie Hans und Marianne Ott aus Buckenreuth haben längst  die Zeichen der Zeit erkannt! Da die Sommer immer langanhaltender und wärmer wurden, verwirklichten sie die Pläne von 1906 ! Die Steinachklamm wird durch einen Damm geschlossen und das einst bewaldete Gebiet bis zu ihrem ehemaligen Gasthaus wird angestaut. Das exklusive Fünfsterne- Hotel, das mittlerweile in Buckensreuth entstand, heißt   Strandpromenade. Das mediterane Klima bekommt den Touristen hervorragend.
Sohn  Sebastian ist längst kein Landwirt mehr. Er fungiert als Animateur und bietet mit Beachvolleyball und Bootsfahrten auf dem Steinachstausee einfach alles was das Urlauberherz begehrt.
Dieser Heimatforscher, Richard Seuss und sein Partner Hartmut Fischer  führen  noch immer Wandergruppen durch die hiesige  Gegend!
Den interessierten Gästen erzählen Sie von längst vergangenen  Zeiten. Angeblich sollen hier, wo nun Sandstrände, Palmen, verkarstete kahle Berghänge und Steppen vorherrschen einst mächtige Wälder und saftige Wiesen das Bild der Landschaft geprägt haben. Einfach unglaublich!
Kann das wirklich sein?