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Unterhaltung

16.05.2008 14:37 Alter: 4 Jahre
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Johanna Reinhold

Kategorie: Buckenreuther Literaten
Von: Herbstzeit-Team

In Südmähren als letztes von 6 Kindern geboren, kam 1945 als Kind im Zuge der Vertreibung nach Bayern.

Johanna Reinhold

Beruflich nach kaufmännischer Ausbildung in verschiedenen Industrieunternehmen tätig. 1995 von München ins Frankenland "ausgewandert" und seither in Stammbach beheimatet. Liebt Land und Leute und fühlt sich in Franken wohl.


Des Lebens Märchen                       

Märchen begleiten uns seit Beginn des Lebens,
denn was kann es Schöneres als Märchen geben.
Als Kind ist der Mensch davon ganz fasziniert
und hört andächtig zu, was in einem Märchen passiert.
Doch nicht nur in der Kindheit werden uns Märchen erzählt,
nein – auch im wirklichen Leben, täglich und überall auf der Welt.
Dass diese aber nicht immer ein gutes Ende bringen,
davon kann mancher ein trauriges Liedlein singen.

Der Traum des Menschen war es schon immer, reich und unabhängig zu sein,
drum fällt er auch auf manche dubiose Angebote rein.
So steckt er, weil er gutgläubig ist, manchmal sein ganzes Geld,
in eine Immobilienanlage, von der ihm ein Analyst erzählt.
Hat er Pech aber, wie die Pechmarie in der Mär,
ist sein Geld weg und er sieht es niemals mehr.
So ist das, wenn man Versprechungen blindlings glaubt,
man wird noch des letzten Talers beraubt.

Ganz anders dagegen hat es sich im Märchen begeben,
dort konnte sogar ein Huhn goldene Eier legen.
Ebenso hat das Aschenputtel seinen Prinz gefunden,
und die Zeit bei der bösen Stiefmutter glücklich überwunden.
Was immer auch die Werbung in der heutigen Zeit verspricht,
gehalten werden diese Zusagen meistens nicht.
Doch der Mensch neigt eben dazu, an Märchen zu glauben,
und lässt sich diese Zuversicht ungern rauben.

Da verspricht eine Firma den Frauen nur mit dieser speziellen Creme,
würde ihr Gesicht glatt, rosig und wunderschön,
so schön, wie einst Schneewittchen bei den sieben Zwergen,
das dort verborgen lebte hinter den sieben Bergen.
Das Ergebnis aber nach einer solchen Kur:
Finanzielle Ausgaben zwar, aber von Erfolg kaum eine Spur.
Ähnlich sieht es aus mit dem Drang des Menschen stets der Beste zu sein,
das schließt naturgemäß gewisse Risiken mit ein.
Ein gutes Beispiel dafür ist das bekannte ungleiche Wettrennen
zwischen Hase und Igel, das wir alle noch kennen.

Drum sollte der Mensch nicht dem Irrglauben unterliegen,
dass einem die gebratenen Tauben nur so in den Mund hineinfliegen.
Das mag im Schlaraffenland so gewesen sein,
im wirklichen Leben schließt Erfolg harte Arbeit ein.
Und wer geglaubt hat, er könnte wie Baron Münchhausen,
zwar nicht auf einer Kugel durch die Lüfte brausen,
wohl aber vom Flughafen Hof aus in den Urlaub fliegen,
für den ist diese Vorstellung ebenfalls nur ein Märchen geblieben.

Ebenso wenig stimmt es, das jemand, der sein letztes Hemd noch hergibt,
weil er seinen Mitmenschen helfen will und sie liebt,
dann belohnt wird mit Sterntalern, die vom Himmel fallen,
so was gibt’s eben nur im Märchen, doch das würde uns trotzdem gefallen.