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Heidi Vogel
Kategorie: Buckenreuther Literatenin Würzburg geboren, aufgewachsen in Helmbrechts.
Beruf Industriekauffrau, später selbständig. Lebt und schreibt in Helmbrechts sowie in Bayreuth. Gründung und Redaktion der Zeitschrift „Portrait“ in der Freien Waldorfschule. Prosa- und Mundart-Lesungen, Kurzgeschichten, Essays und lyrische Gedichte in Zeitschriften sowohl in Deutschland als auch in Österreich. Mit besonderer Freude widmet sie sich der Lyrik.
Am Bächlein
Unsagbar mild und klassisch schlicht
liegt sein Ufer im Sonnenlicht.
Und schon erwacht ein blühender Tag,
geboren aus stummem Knospenschlag.
Träumende Wiesen, Wälder und Auen
säumen sein hellsilbernes Band.
Die bunten Vöglein im Baume schauen
hinüber auf fruchtbares Ackerland.
Im Uferschilf singt manchmal der Wind
für Menschen, die hier zu Hause sind.
Da steigt aus spiegelndem Wellengetümmel
Gelb, Grün und Braun in den blauen Himmel.
So gern träum ich an der alten Mühle,
wo Welle um Welle entflieht,
mit raschem, unaufhaltsamen Ziele
weit hin zur Ewigkeit zieht.
Leise Träume
Weiße Wolken schweben im zarten Himmelsblau
und süße Düfte gleiten mit sanften Lüften lau.
Alles erwacht und grünt und blüht,
und die Lerche flötet ihr Liebeslied.
Wenn grauer Fels zum Licht sich neigt,
und stolz kristallene Klarheit zeigt,
dann funkelt Quarz so kostbar wie Juwelen
und Vogelsang klingt aus hundert Kehlen.
Still ruh’ ich hier auf meiner Liege
und sende meinen Blick nach oben.
Mir ist der Tag wie eine schöne Wiege
von Himmelsblau so wundersam umwoben.
Und meine Wolken zieh’n schweigend dahin
durch’s Farbenband wie stille Träume.
Mir ist, als ob ich längst entflogen bin
und ziehe glücklich mit durch ew’ge Räume.


