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Unterhaltung

16.05.2008 14:38 Alter: 4 Jahre
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Gustav Luthardt

Kategorie: Buckenreuther Literaten
Von: Herbstzeit-Team

Mengersgereuth-Hämmern/Südthüringen. Ich wuchs im kleinen Schieferhaus vom Großvater mit weiteren 10 Personen, 4 Ziegen und einer jährlichen Sau, auf. Arche Noah in Miniatur.

Richard Seuß


Ich erlernte einen Handwerksberuf und „schreinerte“ viel Jahre. Freude am Lesen und Schreiben weckte meine Mutter in mir. 1980 traute ich mich zum Arbeitskreis Mundart beim damaligen Kulturbund. Dort erfuhr ich den tieferen Sinn der Mundartliteratur. Meine ersten Schriften überlebten ihre Geburt nicht. Mittlerweile sind Texte von mir auch in Anthologien und Mundartbüchern enthalten. Neueren Datums sind CD’s von vertonten Gedichten.
Wir wohnen heute zu viert in Großbater’s Schieferhaus, die hintere Kammer ist meine Schreibstube geworden.

Es wor halt su
Heit lacht me drüwe, ouwe salmol wors bittere Ernst. Wer bei uns a Haus gebaut hot, der hot wos durchgemacht. Bauantrag, Zechnung, Genehmigung. Material ner mit an Schein van Dingerts van Bauamt. An irgendwos extra wor gor nier zu denken.
An Schein fö Zement van de Lechta, an Schein fö Hohlböck van Themar, an Schein fö Kies van Immelborn, an Schein fö Leichtbauplatten, an Schein fö Dachpapp, an Schein fö Hulz, en Balken mehra ner fö Gegenleistung 1:7 in Forst. Material wor die ä Seiten, die Bauerei a anera.
Eigenheime sen bei uns ner in Pfusch, ner nouch Feieromd gebaut worn. Zweii Johr wor die ganz Familie uf de Achs, däße die Handwerker zamma  kriecht hot. Wor dou ölles ougeplaudertun Termine worn fest, musst Fresserei, Bier, Schnaps un Zigaretten dou sei, nouche kunnts luesgegieh.
De Bauherr hot fö ölles auf muß kumm. Die Handwerker ze früh zu de Arwet muß hul un ze oms widde heäm muß schaff. Es wor halt su.
Zegor bei de Pfuscherei wor a richtige Plan wichtig. Manchmol is a wos verkehrt geloffen, wie bein Günter un de Gisela.
Wie die Mäuera die Kallerdeck betoniert ham, hot sich de Günter nouch die Zimmerleut ümgeguckt. Also an siemten un an vierzehnten wörd noch gemäuert un a Woch drauf wörd aufgerecht. Fürs Rechtfest hot die Gisela schö lang vür muß sorg. Wenns acht Toug lang hinterannae warm wor, hots bei uns in Konsum ke Bier mehr gam, ode es is trüü worn. Die Limo wor noch era weg. Endlich hot se siebza Säubää, Sauerkraut, vier Pfund Kaks, fümf Kasten Bier, zweii Kasten Limo, siem Schachtel F6, fümf Schachtel Juwel mit Filter, dreißige un a poor sechziger Zigorrn, drei Gläiser Gorken, zweii Gläiser Rollmops un Brouthering, a poor Sorten Schnaps, halt ölles wos Mäuere, Handlanger un Zimmerleut weggeputzt ham, zamma ghout.
Zuletzt ham se an sich selwe gedacht.
Dös Aufrechten wor fürn 21. ausgemacht. Wie die Zimmerleut ze früh kumma sen, wor de Günter gornier de häm. Die Gisela hot ganz verfletschta Achn ghout un wor asen Häusla. Dos grüna Kaks fürn Frühstück wor fertig, dös Kraut un die Säubää hot se schö an Toug devur fertig gemacht ghout, blueß dös Hulz fürn Dachstuhl van Wernshausen wor noch nier dou.
Gholfen ham mir uns ümme ananner, a wenn’s manchmol bal nümme wedde ganga is.
Me hot sich uf de Stell geeinigt, es durft ja nex verderb. Un su hams die Handwerker uf sich genumma, ham zuerst dös Kaks gessen, nouchmittougs ham se dös Kraut un die Säubää gessen. Dös Bier is a nier sauer worn. Es wor Rechtfest.
Die Woch drauf is aufgerecht worn , un die Walt wor widde in Ordnung.


In mein Opa seine Hütt
hängt a Handsag an de Wänd
un naben Fensterkütt
steht a halbe Souck  Zement

Hinten in de Eck
a Schniitherz mit drei Bää
uf an Stangela an de Deck
zwei Rechen  dou fehln Zäh

Un Sensen un Wetzfässer
un a lechta Kötz
grueßa scharfe Messer
a alte Alustörz

Fünf Beile un a Schlegel
Ziehsägen wengstens vier
zwei Pack Pfennigsnegel
ufn Fenster a Fläschla Bier

Spinnnester sen dinna
die sen schö richtig schworz
a Buegen van de Rinna
a Hackstock mit viel Horz

Mitten dinn in den Gemör
dou liegt a tueta Maus
a zerrt ümme die Mäusfalln vür
un hebt sa hinten naus

Vur mein Opa seine Hütt
steht a alte Bänk
un ise amol müd
dou liegte öllelängs

Es lacht die Sonnebluma
leisa vur sich hie
un tute zu sich kumma
dou ka re widde gstieh

Gieh ich mol nei de Hütt
un bin ganz allee
ka ich rüm gewütt
dös is richtig schöö

Ich ka geklopf un gsag
schnitz an dünna Pfeil
an en alten Bleech
kann ich an Schraubstock gfeil

A Hollerbäm steht hinten
gehört a noch zu de Hütt
mit aufgeplatzte Rinden
dort hotde Stor gebrütt

Betracht ich’s mol van Weiten
bin ich richtig froh
Herrgott sen dös Zeiten
hoffentlich bleim sa  soo