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Christiane Malkomes
Kategorie: Buckenreuther LiteratenIm Jahre 1997 war es, als es mich von Berlin in das Frankenwalddörfchen Weidmes gezogen hat.
Liebe zum Schreiben hatte ich schon als Kind, und auch in späteren Jahren kamen mir immer wieder Gedichte und Geschichten in den Sinn, vorerst allerdings nur für die Schublade. Seit dem ersten Kontakt, den ich mit dem wunderschönen Frankenwald hatte, und dem Kauf eines alten Bauernhäuschens, holte mich die Schreiblust wieder ein. Langsam begannen neue Wurzeln zu wachsen und je mehr sie sich im steinigen Frankenwaldboden festigten, desto mehr Eindrücke konnte ich zu Papier bringen.
Am 15. März 1997 erschienen meine „Weidmeser Impressionen.“ Ein zweites Büchlein ist in Vorbereitung, Anregung hierzu bietet mir meine neue Heimat reichlich. Seit 1997 bin ich als freie Heilpraktikerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin in meinem Traumhaus tätig und meine Wurzlen sind schon fast so stark wie die meiner Linde vor dem Haus.
Abendglocken
Der Glockenklang ertönt so rein,
still träumen Berg und Tal
im Dämmerschein.
Das Abendrot ist längst verglüht, hell singt die Nachtigall
ihr Liebeslied.
Ganz leise geht die Welt zur Ruh, und weicher Nebel
deckt die Täler zu.
Der Abendstern im gold’nen Kleid
weist mir den Weg
in die Unendlichkeit.
Die Seele schwebt in tiefem Traum
mit jedem Glockenklang
durch Zeit und Raum.
Gedanken auf der Autobahn auf dem Weg nach Weidmes
Mit 130 km/h auf der Autobahn. Ich schimpfe über den BMW, der fast hinten auffährt, um mich noch vor der Baustelle zu überholen. Ich verfluche den LKW, der plötzlich ausschert, um einen anderen LKW, der 2 km/h langsamer fährt, zu überholen und mich zum Bremsen zwingt. Und plötzlich ein Stau – nichts geht mehr! Und neben mir wieder der BMW. Ich sehe, daß darin ein sympatisch aussehender Mann sitzt, der gerade genüßlich in einen Apfel beißt. Ich lächle ihn an und er lächelt zurück.
Auf der anderen Seite der LKW. Am Innenspiegel hängt ein Maskottchen, eine witzige Ente, die der Fahrer vielleicht von seiner Freundin geschenkt bekommen hat. Auch er lächelt für einen kurzen Augenblick. Und plötzlich bin ich gar nicht mehr so böse über den Stau, weil mir bewußt wird, daß wir es überall, auch auf der verkehrsreichsten Autobahn, immer nur mit MENSCHEN zu tun haben.
Wir sollten öfter mal anhalten und uns ins Gesicht sehen, damit wir uns daran erinnern!


