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Unterhaltung

16.05.2008 14:36 Alter: 4 Jahre
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Christa Buchta

Kategorie: Buckenreuther Literaten
Von: Herbstzeit-Team

Geboren und aufgewachsen in Schauenstein.

Christa Buchta

Liest von jeher gern Geschichten und Gedichte vor. Schreibt für runde Geburtstage und Jubiläen Gedichte, meist in Mundart, für Bekannte und seit vielen Jahren für Aktive des örtlichen Frankenwaldvereins. 1998 hat sie ihre Kindheitserinnerungen für ihre beiden Enkelinnen in Mundart aufgeschrieben und in einem Büchlein zusammengefaßt, „Wejs frejher war“,um Erlebtes aus ihrer Kinder- und Jugendzeit beim Lesen wieder wach werden zu lassen und den Vergleich zu der nachfolgenden Generation zu verdeutlichen.
Im Sommer 2005 ergab sich das erste Mal die Gelegenheit bei den Buckenreuther Literaten die kleine Episode daraus „Wenn jemand eine Reise tut“ vorzulesen.


Falsch aufgfasst

Wej ich als jungs Maarla scho e wäng länger mein Freind ghatt haou und dess „Haamfiirn“ nimmer am Gartntiirla sondern an dr Haustiir affm Treppmstaa geend haout, haou ich na nach längera Zeit mein Leitna vorgschtellt und er iss be uns mejt in di Wohnung kumma. Daou ergab sichs su, daß na mei Mutter e maoll zenn Kaffee trinkn eigelaoudn haout. „Kimmst morng Zammd e wäng“, haout sa ze mein Freind gsaggt wej merr als Helmetzer halt zenn Kaffee eiledd. Der haout di Einladung gärn oogenumma und ejch haou mich scho affm annern Taouch gfreit.
Ne annern Taouch, es war e Sunnamd. Ejch haou mich schee hergericht, wej merrs halt su als jungs Maarla macht, und haou af mein Herzallerliebstn gewart. Mei Mutter haout ne Kaffeetisch schee gedeckt, dr Kugglopfm war bereit gschtandn und ess ganza Haus haout scho nach Bohna-Kaffee gerochn.
Wejs halb dreia woorn iss, haou ich scho langsam ess Aufpassn oogfangt. Ess iss halb viera woorn, ess iss viera woorn, obber mei Freind iss nit kumma. „No wu bläbbt dr denn?“, haout mei Mutter gsaggt. Ejch bi immer ourouhiger woorn, haou dauernd ball af di Uhr, ball verrn Fenster naus gschaut. „Der Kaffee wärd doch kalt!“, saggt sa, „daou fanga mir halt e wall oo.“
In mir iss langsam e Wout aufgschtejng. Woss wärrd na denn daou wejder aufghaltn haoum. Dr Kaffee iss getrunkn woorn ohna mein Freind und ejch haou fast kann Bissn nunter gebracht verr lauter Ärger und Wout.
„No su woss“, hamm meina Leit gsaggt:, „daß der nit kumma iss.“ Dr Tisch iss aougerammt woorn, und rouh war.
Wejs af Aomd zou ganga iss und ess Essn scho ball su weit war, haouts af aa maoll an dr Stoumstiir oo geklopft und wer kimmt rei, mei Freind. Mit aller Seelenrouh stieht err daou und gibt jedn di Händ. „Wu bläbbst denn dou – wu host denn dou rimm getoo?“, haou ich na ganz woutich oo gfahrn. Mei Freind schaut verr Ann zenn Annern und wass nit wej ejhn wejderfahrn iss. Ejch sollt doch af ze Aomd kumma, saggter ganz ruhig, dess iss doch gar nonich su weit hej. „Naouchmittaouch haout mei Mutter gsaggt, dou heerst wull nit gout!“, schrei ich na oo. „Naa, af ze Aomd haout sa gsaggt, sell ich kumma!“ verteidigt err sich. „Zammd“!, saggt mei Mutter draaf und lacht graoud naus. „Ejch glaab dou hosts falsch aufgfaßt. „Zammd iss be uns Helmetzerna Naouchmittaouch, nit ze Aomd.“, klärt se na auf. Alla mußtn merr lachn. Fremdwörter, aa in dr Mutterspraouch – obber es gibt sa, wej sichs rausgschtellt haout, und wenn di Ärtla bluus e paar Kilometer ausenander lejng.
Inzwischn iss der Freind verr damals scho ejber 50 Jahr mei Moo. Er wass seitdem, daß mer, wemmersch mit Helmetzerna ze too haout, odder gar in Helmetz af „Zammd“ eigelaoudn iss, zwischn zwaa und viera ze erscheina haout, mindestens! – Und nit ze Aomd.