Themenauswahl:
- Startseite Kulmbach
- Kommunalseiten
- Ärzteverzeichnis
- Übersichtskarte Kulmbach
- Ratgeber
- Reisen + Wandern
- Garten + Bauen + Wohnen
- Gesundheit + Wellness
- Dienstleister
- Freizeit und Hobby
- Essen + Trinken
- Finanzen + Recht
- Auto und Motorrad
- Sicherheit + Service
- Bildung + Wissen
- Sommernachtstraum
- Herbstzeit Internetcafé
- Veranstaltungen
- Vorsorge + Trauer
Herbstzeit Regional:
Anzeige / Hinweis:
Gemeinschaft:
"Staub" von Jorg Lix
Eine eindrucksvolle Autorenlesung
Am 2. April hatte ich das große Vergnügen, an der Lesung von Herrn Dr. Müller aus seinem Buch „Staub“ teilzunehmen.
Wie wir bereits in unserer kurzen Buchvorstellung beschrieben haben, handelt das Buch von der Vertreibung einer Familie 1945 aus Schlesien.
Auf beeindruckende Art vermittelte der Autor seinen Zuhörern einen Eindruck der Flucht seiner 18 köpfigen Familie. Nachdem der Autor sich Zeit seines Lebens immer wieder Notizen zu seiner Vertreibung aus der Heimat gemacht hatte, konnte er ein sehr eindrucksvolles Bild vermitteln. Die Erzählung bewegt sich zwischen kindlicher Unbeschwertheit und erwachsener Schwere.
Besonders beeindruckt hat mich persönlich, mit welcher Kraft, sicher auch geboren aus der Naivität, die Kinder ihren Müttern immer wieder die Kraft gegeben haben, weiterzugehen. Eine Schlüsselszene war für mich das Ereignis an der Brücke in Oderberg, als die Mütter mutlos aufgeben wollten. Eines der Kinder fing an zu singen und plötzlich konnten die Erwachsenen wieder Mut und Zuversicht fassen. Es war faszinierend, wie Herr Dr. Müller die Gefühle der Flüchtlinge vermittelt. Auf der einen Seite die Schwere, das Verantwortungsbewusstsein auch der Kinder, auf der anderen Seite die kindliche Leichtigkeit. Dadurch wirkt die Erzählung nie schwermütig. Aber an den Gesichtern der übrigen Zuhörer konnte ich dennoch deren Ergriffenheit erkennen. Einige haben sicher in ihrer Jugend dieses Schicksal geteilt und kamen dadurch wieder mit ihrer eigenen Geschichte in Berührung, für andere war es vielleicht nur die Personalisierung großer Geschichtlicher Ereignisse. Sozusagen Geschichte zum anfassen. Aber berührt hat es jeden. Meine Mutter, ebenfalls ein Flüchtlingskind, brachte es kurz und bündig zum Ausdruck: Die gestohlene Kindheit. Aus der Heimat vertrieben, getragen zwischen Angst vor der ungewissen Zukunft und Sehnsucht nach der zerstörten, auch nicht mehr existenten Heimat.
Aber immer auch durchsetzt von Sonnenstrahlen aus Hoffnung, Optimismus und nicht zuletzt auch Humor.
Onlineredaktion Herbstzeit
Renate Friedrich



