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Mildes Wetter weckt Frühlingsgefühle bei einigen Vögeln
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Verfasst am: 28. 02. 2008 [09:38]
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Ulrich
Dabei seit: 04.02.2008 Beiträge: 7
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Jena (dpa) - Das milde Wetter hat bei einigen heimischen Vögeln bereits die Frühlingsgefühle geweckt. «Wenn man jetzt aus dem Haus geht, hört man schon Meisen und Amseln singen», sagte der Jenaer Ornithologe, Dietrich von Knorre.
«Wir beobachten generell, dass viele Vogelarten ihren Bruttermin vorverlegen.» So würden zahlreiche Vögel heute etwa 14 Tage früher mit der Brut beginnen als noch vor 100 Jahren. Vogelliebhabern riet er, die Winterfütterung im März ausklingen zu lassen, damit sich die Tiere rechtzeitig die Reviere für die Aufzucht ihrer Jungen suchen.
Nach Auskunft des Vogelkundlers haben in diesem Jahr angesichts des milden Winters erneut einige Vogelarten die weite Reise gen Süden gescheut. «Wir haben im Januar Vögel beobachtet, die in früheren Jahren hundertprozentig unser Gebiet verlassen haben.» So hätten sogar zwei Störche in der Nähe von Kahla zu überwintern versucht und auch Kraniche seien gesichtet worden. «Im verstärkten Maße bleiben auch die Ringeltauben hier.» Zahlreiche Vogelarten, wie etwa die Mönchsgrasmücke, kehrten zudem zeitiger aus ihren Winterquartieren zurück und starten daher auch früher mit der Brut.
Die Vögel reagierten sehr dynamisch auf die jeweilige Witterung, erläuterte von Knorre. Bei einem plötzlichen Wintereinbruch ziehen sie kurzfristig in wärmere Regionen. «Schwierig wird es nur, wenn sie durch Nahrungsmangel so geschwächt sind, dass sie diese Winterflucht nicht mehr antreten können.» Denn trotz relativ milder Temperaturen sei das Nahrungsangebot derzeit spärlich.
Durch die zeitigere Balz könne es bei späteren Kälteeinbrüchen zum Absterben der Brut kommen. Die meisten Arten stellten sich auf solche Naturereignisse ein und starteten dann eine Nachbrut, sagte der Experte. Bei Arten, die nur einmal im Jahr brüten, könne dies jedoch zum kompletten Ausfall des Jungen-Aufzucht in dieser Saison führen.
Während sich die Vögel auf verschiedene Witterungen gut einstellen könnten, machten ihnen die Eingriffe des Menschen in die Natur häufig arg zu schaffen. «Der Artenrückgang ist derzeit noch gering», erklärte von Knorre. «Aber viele Arten, die früher flächendeckend verbreitet waren, sind stark zurückgedrängt worden.» So sei etwa der Steinkauz früher in Thüringen weit verbreitet gewesen, doch gebe es heute nur noch wenige Brutpaare im Freistaat. Auch der Feldsperling, einst als Ernteschädling bekämpft, sei extrem selten geworden.
Die Gründe sieht der Vogelkundler vor allem in der intensiven und großflächig betriebenen Landwirtschaft. Mit der Beseitigung von Hecken, Sträuchern und Gräben mit Wildgräsern an den Feldrändern und zwischen den Äckern sei den Vögeln ein wichtiger Rückzugsraum und eine Nahrungsquelle vernichtet worden. Gerade im Sommer nach der Ernte gebe es für viele Arten regelrechte Hungersnöte. «Das bereitet den Vögeln große Probleme und führt dazu, dass die verschiedenen Arten weiter dezimiert werden.»
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