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Mein Chef

Autor Nachricht
Verfasst am: 12. 12. 2011 [14:33]
Rainer

Dabei seit: 12.07.2011
Beiträge: 8

Die nachfolgende Begebenheit aus der Arbeitswelt erfuhr ich von dem Betroffenen selbst...:

"Ich konnte es einfach nicht fassen. Als ich aus dem Urlaub an meinen Arbeitsplatz zurückkehrte, hatte unser neuer Chef das Projekt, das ich betreute, eingestellt. Ich arbeite in der Forschungsabteilung eines größeren Industrieunternehmens. Monatelang hatte ich mit Kollegen an dieser Aufgabe gearbeitet. Wir hatten sogar schon einen Partner gefunden, der in unsere Idee investieren wollte.

Als ich die Nachricht vom Ende unseres Projektes erfuhr, war ich stinksauer. Ich konnte die Entscheidung nicht nachvollziehen. Spontan gab ich dem neuen Chef die Schuld, der diesen Entschluß gefaßt hatte, ohne mit mir Rücksprache zu halten.

Als sich der erste Ärger gelegt hatte, überlegte ich, wie ich mich verhalten wollte. Seit vielen Jahren bemühe ich mich, meinen Alltag nach dem Evangelium auszurichten. In dieser Situation jedoch war das gar nicht so einfach. Ich spürte deutlich, daß es nicht bedeuten konnte, klein beizugeben und die Entscheidung meines Chefs kommentarlos hinzunehmen. Ich wollte für unser Projekt kämpfen. Das 'Wort des Lebens' konnte mir aber eine Hilfe sein, dabei die Argumente und Meinungen der Gegenseite ernst zu nehmen und zu versuchen, auch diese Anliegen zu verstehen.

Es begann eine nervenaufreibende Zeit von Gesprächen mit meinem Chef und mit den Kollegen. Auch wenn ich mich um eine sachliche Auseinandersetzung bemühte, vergriff ich mich gelegentlich im Ton. Es fiel mir zwar nicht immer leicht, aber ich entschuldigte mich für mein Verhalten. Nach zahlreichen Gesprächen verstand der Chef mein Anliegen, aber auch ich konnte einige seiner Bedenken nachvollziehen.

Schließlich zeichnete sich eine Lösung ab, mit der alle Beteiligten leben konnten. Das Projekt wurde mit Einschränkungen fortgesetzt. Trotz der vielen Meinungsverschiedenheiten hat es keinen Bruch in der Beziehung zu meinem Chef gegeben." G.O.