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Endlose Trauer

Autor Nachricht
Verfasst am: 21. 03. 2008 [14:32]
Sammy1

Dabei seit: 21.03.2008
Beiträge: 10

Ich weiss, die Beiträge in diesem Teil des Forums beziehen sich meistens auf Menschen, um die man trauert.

Ich hatte heute morgen den Kater unserer Nachbarin angefahren auf der Strasse gefunden und es blieb nichts anderes mehr über, als ihn beim TA einschläfern zu lassen.

Es ist aber nicht so, dass er einfach "nur" der Nachbarskater war, sondern vielmehr ein Tier, dass unirgendwie adoptiert hatte. Er war ein Streuner, der immer mal wieder woanders war und da ich nachts durch meine Arbeit oft draußen unterwegs bin, hab ich nicht nur einmalerlebt, wie gross sein Revier tatsächlich ist.

Seine Besitzerin hat sich nie richtig um ihn gekümmert, wollte ihn auch nicht wirklich haben (hat ihn geschenkt bekommen). Sie hat mal zu mir gesagt, dass sie wüsste, dass ich mich kümmern würde.

Leider war das aber nicht ganz so einfach, da ich selbst einen Kater hatte, der da schon 17 Jahre alt war. Es hätte keinen Sinn gehabt, zu versuchen, die beiden aneinander zu gewöhnen -> auf der einen Seite habe ich gesehen, wie der Nachbarskater draussen schon die anderen Kater "vermöbelt" hat und auf der anderen Seite hatte unser Kater keine Krallen, weil er ursprünglich aus USA stammt (ich hab ihn erst sehr spät bekommen, von einer Tierhilfe). Er hätte gegen unseren Streuner keine Chance gehabt.

Wir haben dann getan, was möglich war: gefüttert, Zecken- und Flohmittel gegeben, einen Schlafplatz für den Winter und die Möglichkeit, per Katzenklappe in unseren Keller zu gelangen. (ich wollte ihn kastrieren und impfen lassen, aber das war mit unserer Nachbarin nicht drin)
Letztes Jahr verlor ich dann unseren Kater, er starb an Herzversagen mit 20 Jahren. Ungefähr zeitgleich verschwand auch der Nachbarskater für mehrere Monate spurlos. Nach ca. 3 1/2 Monaten tauchte er einfach wieder auf. Unsere Nachbarin hat es wenig interessiert.

Nun heute morgen ist der Moment gekommen, wo er endgültig gegangen ist.Ich wusste bis beim TA noch gar nicht, dass es er war. Bis dahin hatte ich lediglich eine angefahrene Katze gefunden.

Ich wollte helfen und bin teilweise auch richtig froh, dass ich es war, die ihn finden durfte, weil er mich wenigstens kannte.